Mannschaftskämpfe
Start

Wie jedes Jahr nahmen die Schachclubs im Oktober ihre Mannschaftskämpfe auf. Zwei Runden haben die im Schachverband Oberpfalz organisierten 37 Vereine bereits absolviert. Acht dieser Vereine treten auf überregionaler Bühne an.

In der Oberliga Bayern, der höchsten bayerischen Liga, sind drei Oberpfälzer Vereine vertreten. SG Post/Süd Regensburg als Absteiger aus der 2. Bundesliga Ost, TSV Kareth-Lappersdorf und der SK Kelheim haben es hier mit den Absteigern SK Passau, SG Pang-Rosenheim sowie mit SC Erlangen, FC Bayern München 2, SC Noris Tarrasch Nürnberg, SK München Süd Ost und SC Gröbenzell zu tun.

Einziger Oberpfälzer Vertreter in der Landesliga Nord, eine Klasse tiefer, ist der SC Bad Kötzting, der auf SC Nürnberg Süd, SK Schweinfurt, TSV Bindlach Aktionär 2, SC 1868 Bamberg, SC Forchheim 2, SC NT Nürnberg 2, SK Herzogenaurach, SC Kitzingen und TSV Rottendorf trifft.

Mit SC Windischeschenbach, SC Bavaria Regensburg, TS Regensburg und SK Schwandorf sind gleich vier Oberpfälzer Vereine in der nächst niederen Regionalliga Nord-Ost vertreten, die gegen SG Büchenbach/Roth, SK Zirndorf, SV Altensittenbach, SC Bechhofen, SC SW Nürnberg 2 und SC Erlangen 2 spielen.

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Schachverband im Internet

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Ihr Verein war nicht dabei? Dann besuchen Sie die Homepage des Schachverbands Oberpfalz unter www.schachverband-oberpfalz.de. Dort werden Sie unter der Rubrik "Ligenergebnisse" fündig. Nähere Informationen über Ihren Club finden Sie zudem unter der Rubrik "Die Vereine im SVO".

Unsere Partie stammt aus dem Mannschaftskampf der Landesliga Nord - SC Bad Kötzting gegen SC Forchheim 2, in der der Kötztinger nach einem Figurenopfer mit langer Abtauschfolge einen Mehrbauer behielt und sich den Sieg nicht mehr nehmen ließ.

Weiß: Andreas Mühlbauer

Schwarz: Robert Weigel

1.e4 c5 2.Sf3 Sf6 3.e5 Sd5 4.d4 cxd4 5.c3 e6 6.Lc4 Sb6 7.Lb3 d6 8.exd6 Lxd6 9.cxd4 Ld7 10.Sc3 Lc6 11.0-0 Le7 12.Se5 0-0 13.Dg4 Kh8 14.Te1 Sd5 15.Sxf7+! Txf7 16.Dxe6 Tf6 17.De4 Lb4 18.Lxd5 Lxd5 19.Sxd5 Lxe1 20.Sxf6 Lxf2+ 21.Kxf2 Dxf6+ 22.Df4 De7 23.Dg5 Df8+ 24.Kg1 Sc6 25.Le3 h6 26.Db5 De7 27.Lf2 a6 28.Dc4 Tf8 29.d5 Se5 30.De4 Dd6 31.Te1 Sg6 32.b4 Tb8 33.De6 Td8 34.Lb6 1-0

Tagesnotizen: Bei der Partie zu Taktikaufgabe Nr. 109a saßen sich mit dem israelischen IM Nitzan Steinberg (17) und dem tschechischen FM Jan Machan (18) zwei Teenager gegenüber. Schwarz am Zug hatte für Königsangriff die Qualität geopfert. Dieser Entschluss sollte sich nach dem letzten weißen Zug 1.Db3-c3 als richtig erweisen. Sehen Sie, wie Schwarz am Zug die Weichen auf Sieg stellt?

In der Fünfzüger-Miniatur der Aufgabe Nr. 109b aus eigener Werkstatt hat es der schwarze König mit drei weißen Leichtfiguren zu tun. Doch Schwarz steht auf Patt. Wie Weiß dieses wohl aufhebt und gleichzeitig die Mattspritze zusammensetzt?

Lösungen: Bei der 1982 in Riga gespielten Partie als Taktikaufgabe Nr. 108a(Woizechowski-Sandler, W: Kg1, Ta4, Le1, Bg2 [4], S: Kc7, Tf2, Lf4, Be3, g3]) ist der schwarze Freibauer eine Macht. Doch mit seinem letzten Zug hoffte sich Weiß zu retten. Der Turm f2 ist angegriffen, der seinerseits den Läufer f4 deckt. Zieht der schwarze Turm (nur die Felder a2, b2, c2 und e2 kommen in Betracht), geht Läufer f4 verloren (nach 1...Te2 gibt Weiß erst das Zwischenschach 2.La5+, bevor er den Läufer f4 schlägt). Weiß rechnet mit 1...Ld6 und hält das Spiel nach 2.Lxf2 exf2+ (und auch nach 2...gxf2+) 3.Kf1 remis. Doch Schwarz hat einen verborgenen Gewinnzug: 1...e2!. Nun droht Schwarz entscheidend 2...Tf1#. Dem vermeintlichen Gewinnzug 2.Lxf2 stellt Schwarz brillant 2...Le3!entgegen. Das Läuferopfer, das den Läufer f2 fesselt, droht 3...e1D#. Die Bauernumwandlung kann Weiß mit 3.Ta1 nur verzögern. Nach 3...gxf2+ 4.Kh2 e1D muss Weiß kapitulieren.

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Bauernumwandlung

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Anzumerken ist, dass 2.Txf4 Txf4 3.Lxg3 mit Fesselung des Turms f4 ebenfalls nicht rettet. Der schwarze König geht aus der Fesselung heraus (zum Beispiel 3...Kc6), und Weiß darf den Turm f4 wegen 4...e1D+ nicht schlagen. Nach 4.Lf2 (um 4...Tf1+ nebst Bauerumwandlung zu verhindern) marschiert der schwarze König nach Feld d1 und der Bauernumwandlung steht nichts mehr im Wege.

Eine brillante Gewinnidee!

Mit Aufgabe Nr. 108b (W: Kb1, De4, Td6, La7, Lb7, Sd5, Ba2, d2 [8], S: Kc4, Lh8, Sd4, Ba4, a5, d7 [6]) stellte der renommierte Straubinger Problemschachkomponist Stefan Felber mit einem Selbstmatt in vier Zügen einen an dieser Stelle eher seltenen Problemtypen zur Diskussion. Weiß am Zug zwingt den Schwarzen dazu, den weißen König gegen beste schwarze Gegenwehr matt zu setzen. Mit 1.Ka1! begibt sich der weiße König in die Springer/Läufer-Batterie, die Schwarz nicht freiwillig nutzen wird. Nachdem der Springer d4 gefesselt ist, kann Schwarz noch mit drei Figuren ziehen, woraus sich drei Varianten ableiten.

a) 1...a3 2.Sb6+ Kb4 3.Td5. Nun ist der schwarze König ruhig gestellt. Auf jeden schwarzen Zug wird Schwarz mit 4.Db1+, was dem weißen König das Fluchtfeld b1 blockiert, gezwungen, den weißen König mit 4...Sb3#, dem einzigen das weiße Schachgebot parierenden Zug, unter Nutzung der Springer/Läufer-Batterie mit Doppelschach matt zu setzen.

b) 1...Kb5. Nun greift Weiß zu 2.Tb6+ Kc4 3.Tb1!. Nach 3...a3/L beliebig 4.Dc2+ Sxc2# wird der Springer wieder gezwungen, die Springer/Läufer-Batterie zu nutzen.

Zieht der schwarze König im 2. Zug nach c5, 2...Kc5, so 3.Tc6+ Kb5 (wieder ist der schwarze König ruhig gestellt)4.Db1+ Sb3# mit dem gleichen Mattbild wie in Variante a und

c) 1...L beliebig, so 2.Se3+ Kb4 3.Db1+ Ka3 4.Sc2+ Sxc2#, abermals nach erzwungener Batterienutzung.

Eine interessante Selbstmatt-Aufgabe, bei der Schwarz jeweils nach Blockbildung auf Feld b1 zu einer tödlichen Nutzung der Springer/Läufer-Batterie gezwungen wird.
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