Manuela Radtke stellt in Schmidgaden das Projekt Nachbarschaftshilfe vor - Infoabend für die ...
Wie ein guter Nachbar unter die Arme greifen

Manuela Radtke vom Seniorennetzwerk im Landkreis Schwandorf stellte im Beisein von Bürgermeister Josef Deichl das Projekt "Nachbarschaftshilfe" vor. Bild: ral
Schmidgaden. (ral) Nachbarschaftshilfe gab und gibt es schon immer auf dem Dorf. Doch mit Blick auf den demografischen Wandel wird sie auch hier weniger. Die Seniorennetzwerke im Landkreis Schwandorf haben sich der Aufgabe verschrieben, eine entsprechende Organisationsstruktur zu schaffen.

Oft bewohnen ältere Menschen ihr Haus und ihre Wohnung alleine, die jüngere Generation ist woanders ansässig. Hier kann die organisierte Nachbarschaftshilfe ansetzen, die aber nicht ausschließlich für Senioren gedacht sei. Manuela Radtke stellte in einer Informationsveranstaltung vor, wie das Ganze in Schmidgaden funktionieren könnte. Bürgermeister Josef Deichl betonte, dass mit diesem Projekt in Schmidgaden Menschen durch Menschen vor Ort geholfen werden könnte.

Manuela Radtke berichtete, dass das seniorenpolitische Konzept des Landkreises Schwandorf Ausgangspunkt gewesen sei. Es soll Menschen geholfen werden, die alleine nicht mehr weiter oder zurecht kommen. Ziel ist der Dialog und die gegenseitige Hilfe zwischen Menschen verschiedenen Alters, aber auch unterschiedlicher Herkunft. Die Nachbarschaftshilfe bietet Leistungen wie kleinere Verrichtungen in Haushalt und Garten, Hilfe beim Schriftverkehr, Hilfe am PC, Besorgungen erledigen, Fahrdienste, Unterstützung bei Aktivitäten, Begleitung zu Behörden, zum Arzt oder einfach nur beim Spazierengehen. Es werden auch Kontakte zu professionellen Stellen wie ambulanten Pflegediensten vermittelt, so Radtke. Leistungen, die nicht angeboten werden sind Tätigkeiten im Bereich der Kranken- und Pflegeversicherung, der Transport von liegend Erkrankten, Körperpflege wie Waschen und Kämmen sowie das Verabreichung von Essen.

Es werden Personen gesucht, die mit ihrem freiwilligen Engagement und ihrem Einsatz die Lebensqualität in der eigenen Gemeinde mitgestalten. Dabei sei es unerheblich, wie viel freie Zeit die Interessierten aufbringen möchten, ob eine oder mehrere Stunden pro Woche. Die Tätigkeitspalette sei breit gefächert.

Um eine Nachbarschaftshilfe in Schmidgaden aufzubauen, sollte zunächst ein Infoabend für die gesamte Bevölkerung anberaumt werden. Interessierte und engagierte Bürger treffen sich an einem "runden Tisch" und ermitteln, welche Leistungen möglich sind. Man kann sich einer bestehenden Hilfsorganisation anschließen, aber ebenso als eigenständiger Verein agieren. Bereits zu Projektbeginn bestanden Nachbarschaftshilfen in Teunz und Niedermurach. Pilotprojekte wurden in den Gemeinden Neunburg vorm Wald, Pfreimd und Schönsee installiert. In diesem Jahr kamen noch Altendorf und Burglengenfeld dazu.

In der Diskussion zeigte sich, dass in Schmidgaden für ein derartiges Projekt durchaus Interesse besteht. Im kommenden Jahr soll ein Informationsabend angesetzt werden.
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