Maria Baier 80 Jahre alt - Von Schlesien in die Oberpfalz
Drei Tage Feierlaune

"Oma, an deinem 80. Geburtstag feiern wir drei Tage lang", versprach Maria Baiers Enkel Daniel, und genauso kam es. Am Sonntag hatte die Dorfbewohnerin ihren runden Geburtstag. Die Familie traf sich im "Kastanienhof" zur Feier, an der auch Dekan Alexander Hösl mit Marianne Fürnrohr teilnahmen. Einen Tag später folgte zu Hause im kleineren Kreis die "Party". Am Mittwoch schließlich kamen die Nachbarn zum geselligen Kaffeekränzchen.

Am 23. November 1934 wurde Maria Illichmann im rund 350 Einwohner zählenden Friesedorf in Mährisch-Schlesien im Bezirk Troppau geboren. Vater und Bruder mussten wenige Jahre später in den Krieg. 1946 landeten Mutter und Tochter nach der Vertreibung aus der Heimat in Waldthurn. Nur zwei Kisten mit dem Notwendigsten durften sie bei der Ausreise packen, erinnerte sich die Jubilarin, deren Vater im Krieg gefallen war. 12 Jahre fand die kleine Familie - inzwischen war der Bruder aus dem Krieg zurück - Unterschlupf bei Leopold Vitzthum. Bei den Oberzeller Schwestern in Waldthurn fand die junge Frau damals Anstellung in der Küche, bevor sie drei Jahre in der Glasschleiferei Tritschler in Neustadt/WN arbeitete. Am 27. November 1956 heiratete sie in der Vohenstraußer Stadtpfarrkirche den Landwirt Johann Baier aus Obertresenfeld. Die Söhne Werner und Martin komplettierten die Familie, zu der heute vier Enkel und drei Urenkel zählen. Innerhalb von 14 Tagen verlor Maria Baier im März 2000 ihren Bruder und dann auch ihren Ehemann.

Vor allem der 25-jährige Enkel Daniel ist stets um seine Oma besorgt. Ob Arzttermine, Einkaufsfahrten oder Grabbesuche - der junge Mann ist immer zur Stelle, wenn seine Oma Hilfe braucht. Ganz genau achtet er darauf, dass die Seniorin penibel ihre Arztbesuche wahrnimmt. 1978 reiste Maria Baier mit einem ihrer Söhne in ihre alte Heimat in Nähe der polnischen Grenze. Damals bestand noch Visapflicht. Mittlerweile sei sie schon öfter dort gewesen. Ihr Geburtshaus wurde inzwischen abgerissen, berichtete sie gerührt.

Knapp vier Jahrzehnte hält die Obertresenfelderin dem katholischen Frauenbund die Treue. Ingrid Reber und Monika Mages übermittelten die besten Wünsche der Frauenbundgemeinschaft. Bürgermeister Andreas Wutzlhofer gratulierte im Namen der Stadt.
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