Marihuana statt Diebesgut

Am Samstag und Sonntag stutzten viele, als Polizisten sie auf den Autobahnparkplatz Ulrichsberg lotsten. Die Beamten kontrollierten bei einer großangelegten Aktion, die Einbrecher abschrecken soll. Bild: dob

Einen nicht geplanten Zwischenstopp mussten am Wochenende Reisende auf der Fahrt nach Tschechien einlegen. Polizisten stoppten sie zu einer großangelegten Kontrollaktion im Bereich des Präsidiums. Sie waren auf der Suche nach Einbrechern.

Pleystein. (dob) Offiziell nannte sich dies "zweitägige Schwerpunktkontrollaktion zur Bekämpfung der Einbruchskriminalität". Am intensivsten lief dies am Samstag von 15 bis 21 Uhr auf dem Parkplatz Ulrichsberg an der A 6. Schleierfahnder der PIF Waidhaus und Bereitschaftspolizisten sahen sich in dieser Zeit 230 Fahrzeuge und 460 Personen näher an. Die Autobahn war dazu komplett abgeriegelt.

Böller und Marihuana

Statt Einbrechern gingen den Beamten andere Gesetzesbrecher ins Netz. Ein Deutscher hatte 15 hierzulande nicht zugelassene Böller sowie 0,8 Gramm Marihuana an Bord. Bei einem Tschechen fanden die Kontrolleure 1,5 Gramm Marihuana und 0,5 Gramm Amphetamin. Zudem registrierten die Fahnder einen Nigerianer und einen Russen ohne gültige Aufenthaltserlaubnis sowie einen Jordanier mit abgelaufenem Reisepass fest.

Die Polizeibeamten waren flächendeckend an Ausfallstraßen, internationalen Verkehrswegen, Raststätten und Tankanlagen unterwegs. Im Grenzbereich nahmen sie auch Ausweichstrecken sowie Busse und Züge ins Visier.

Hintergrund: 2008 gab es mit 503 Fällen die meisten Wohnungseinbrüche in der Oberpfalz. Ein Jahr später sank die Zahl auf 325 und damit auf den zweitniedrigsten Wert der vergangenen Dekade. Seit 2010 steigt die Zahl wieder leicht. Im vergangenen Jahr lag sie bei 429. Die Einsätze waren Teil einer zweiwöchigen bayernweiten Kontrollaktion gegen Diebesbanden. Häufig suchen sich die Täter im Erdgeschoss gelegene Wohnungen, Reihenhäuser und Einfamilienhäuser aus, die von außen schwer einsehbar und unbeleuchtet sind, informiert Stefan Hartl, Kriminalhauptkommissar und Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz.

Augen offen halten

Bayernweit lagen die Haupteinbruchszeiten im vergangenen Jahr schwerpunktmäßig zwischen 16 und 20 Uhr sowie zwischen 0 und 2 Uhr. In diesem Zusammenhang appelliert Hartl an die Bürger, für Helligkeit im Umfeld des Hauses beziehungsweise der Wohnung mit Hilfe von Bewegungsmeldern zu sorgen. Ebenso sollten Nachbarn die Augen offen halten und sofort die Polizei alarmieren. Generell gilt: "Lieber einmal zu viel als zu wenig anrufen". (Seite 3)

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Einbruchsschutz im Internet:

http://www.k-einbruch.de oder www.polizei-beratung.de
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