Marke Eigenbau am besten

Mit Kostproben von Apfelscheiben warb Maria Ott für die Zubereitung von Dörrobst. Die Scheiben entwickelten beim Kauen ein starkes Fruchtaroma. Bild: rn

Böse Zungen behaupten, wir Deutschen führen Pflanzenschutzmittel aus und mit Obst und Gemüse wieder ein. Der Gartenbauverein Eschenbach hält mit eigenem Anbau dagegen.

Dem Schicksal vieler Stadtkinder, die den Geschmack einer Tomate aus dem eigenen Garten nicht kennen, sondern nur den faden aus dem Supermarkt, will der Obst- und Gartenbauverein entgegenwirken. Bei einer Veranstaltung gab Maria Ott Tipps zur Verwertung von Obst und Gemüse.

Sie stellte den im Labor hergestellten Fruchtaromen vieler Lebensmitteln den Wert eigener Bio-Erzeugnisse gegenüber. Sie rief dazu auf, anstelle riesiger Zierrasenflächen lieber Gemüsebeete, Obstbäume, Zier- und Beerensträucher zu pflanzen und damit Bienen in den Garten zu locken.

Als glücklich wertete sie all jene Gartler, die noch einen Imker in der Nachbarschaft haben. Zur Leistung der Bienen nannte sie beeindruckende Zahlen: "Für einen Teelöffel Honig müssen sie Nektar von 180 000 bis 270 000 Blüten anfliegen, und ein Volk mit 20 000 Bienen kann an einem Tag drei Millionen Obstblüten besuchen und befruchten."

Mit einem leidenschaftlichen Appell sprach sich die Haselbrunnerin für die Gartenarbeit aus, durch die auch etwas für das körperliche und geistige Wohlbefinden getan werde. Mit ihrer Aussage "Bereits ein vier bis sechs Minuten langer Kontakt mit Pflanzen führt zu körperlicher und geistiger Entspannung", fand sie Zustimmung bei den vielen Zuhörern.

"Einfrieren" empfahl sie all jenen, die länger von ihrem Gemüse leben wollen. Dazu verriet sie: "Ich gefriere fast alles, blanchiere ganz selten und gefriere einzelne Gemüsestücke zuerst auf dem Backblech und gebe sie erst dann in Tüten." Im Winter von eingemachten Kirschen oder Birnen zu essen nannte sie einen Genuss und gab Tipps zum Einmachen. Großen Wert legte Ott auf den Frischverzehr von Obst und Gemüse. Dies sei überaus gesund, und die vielfältigen Wirkungen der unzähligen sekundären Pflanzenstoffe seien durch nichts zu überbieten. Nach Hinweisen zum Garen und Kochen von Obst und Gemüse erfuhren die Zuhörer viel zum Einlagern von Obst. Ott warnte vor einem zu frühen Ernten der Früchte. Dies habe zur Folge, dass sie meist geschmacklos sind, im Lager nicht nachfärben und schrumpfen, weil die Wachsschicht noch nicht vollkommen ausgereift ist. Weitere Informationen gab die Referentin zum Trocknen von Obst und Gemüse, zum Einstampfen von Kraut, zu Saft- und Weingewinnung sowie zu Herstellung von Essig. Sie sprach die Naturheilkunde an, in der Essig bei Rheuma, Gelenk- und Hauterkrankungen, Allergien, Asthma, Schlaflosigkeit und als Entzündungshemmer eingesetzt wird.

Da viel Wissen über den Gartenanbau verloren gegangen ist, appellierte Ott an die Gartler: "Nehmen sie wieder ihre Kinder und Enkel mit in den Garten. Zeigen sie ihnen das Säen, Hacken, Pflegen und Ernten. Das ist für mich Kinder- und Jugendarbeit. Das vermittelte Wissen werden sie eines Tages abrufen."
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