Marktrat einigt sich nach langem Hin und Her auf Zuschuss für Beer-Walbrunn-Tage
"Kultur ist nicht messbar"

Damit Vorsitzender Martin Valeske nicht allein auf dem Defizit der Beer-Walbrunn-Tage sitzen bleibt, bekommt sein Kulturverein 1000 Euro Zuschuss. Bild: war
Eine Kontroverse im Marktrat lieferte der Antrag des im Juni gegründeten Anton-Beer-Walbrunn-Kunst-und-Kulturvereins. Darin beantragt Vorsitzender Martin Valeske 1000 Euro Zuschuss für die Beer-Walbrunn-Tage am 26. und 27. September. Nach langer Diskussion bekam er das Geld.

Die voraussichtlichen Aufwendungen waren im Antrag mit zirka 5000 Euro beziffert. Der Kulturverein sei erstmals als Veranstalter auftreten. Im Vorjahr war das Eröffnungskonzert noch als Kooperation zwischen dem Markt Kohlberg, der Stadt Weiden und dem Bezirk Oberpfalz über die Bühne gegangen.

Der Antrag fand nicht nur Befürworter. "1000 Euro sind viel zu viel. Wir gehen mit dem Geld der Bürger um und werden die Veranstaltung jedes Jahr bezuschussen müssen", verweigerte sich Adrian Blödt (CSU). Er verwies darauf, dass die Gemeinde dieses Jahr bereits 1000 Euro für die Vorjahresveranstaltung überwiesen habe. Eine Hälfte als Zuschuss, die andere für den Defizitausgleich.

Daran angelehnt bemerkte Norbert Merkel (CSU): "Die notwendigen Mittel für die Finanzierung waren letztes Jahr schon erkennbar, die Kosten sollten daher vorab schon mit 80 oder 90 Prozent und nicht mit 20 gedeckt sein." Auch die beiden SPD-Räte lehnten ab.

Klarheit zu den aktuellen Zahlen aus dem diesjährigen Liederabend und dem kirchenmusikalischen Gottesdienst, schuf Reinhard Ponitz (UPW). Nach seiner Aussage beliefen sich die Einnahmen auf 1500 Euro, die Unterdeckung betrug 3500 Euro. "Damit steht der erste Vorsitzende, der das Risiko alleine trägt, nun in der Kreide", stellte Ponitz fest und forderte dazu auf, einen "Betrag x" in für permanente Kulturförderung in den Haushalt einzustellen. "Wir müssen in Betracht ziehen, dass diese Kulturveranstaltung Kohlberg weit über die Grenzen hinaus bekannt macht, die Veranstaltungen werden auch in nächster Zeit nicht kostendeckend sein, Kultur kann man nicht messen" , argumentierte Ponitz.

"Supersache"

Hermann Prechtl (UPW) ist überzeugt, dass der Kulturverein künftig versucht, die Kosten im Rahmen zu halten. Gerhard List (CSU) ist der Meinung, dass die Konzerte für Kunstliebhaber eine "Supersache" gewesen seien, aber unklar sei, ob sie bei den Kohlbergern auch so gut angekommen seien wie bei Auswärtigen.

Mitentscheidend für den erneuten Zuschuss von 1000 Euro mit 8 : 4 Stimmen war der Bürgermeister. "Eine schöne Veranstaltung für die Außendarstellung. Ich sehe die nochmalige Förderung als einmalige Anlauffinanzierung für den neuen Verein, darum sollten wir in den sauren Apfel beißen."
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