Markusine Guthjahr verrät gesunde Frühjahrsgerichte mit heimischen Wildkräutern
Die jungen Wilden von der Wiese

Foto aus HUP-Import
 
Ein Klassiker ist für Markusine Guthjahr eine Frühlingssuppe mit Brennnessel- und Gierschblättern. Die beiden Hauptzutaten gedeihen nicht nur zum Nulltarif in den Gärten, sie sind auch reich an gesunden Inhaltsstoffen.

Im Frühjahr, wenn das erste zarte Grün sprießt, wollen wir auf gesunde "Fitmacher" aus der Natur nicht verzichten, denn Wildkräuter sind ein Gaumenschmaus und bereichern unsere Ernährung mit wertvollen Vitaminen und Mineralstoffen. Nach einem langen Winter bringen frische Kräuter den Stoffwechsel wieder in Schwung und dem Körper wichtige Vitalstoffe.

Für die Zubereitung würziger Gerichte eignen sich besonders gut junge Blätter von Brennnesseln, Giersch und Löwenzahn, aber auch Bärlauch, Vogelmiere und Gänseblümchen sind vielseitig verwendbar, um nur einige Beispiele aus der reichhaltigen Wildkräuterflora zu erwähnen. Die genannten Pflanzen wachsen fast überall und sind relativ leicht zu erkennen und für eine vielfältige Kost roh oder gegart geeignet. Sie bieten einen guten Einstieg in die Wildkräuterpraxis.

Brennessel

Die Brennnessel wächst bevorzugt in der Nähe menschlicher Behausungen, im Garten, an Zäunen, Böschungen und auf Schuttplätzen. Sie ist eine Zeigerpflanze für stickstoffhaltigen Boden. Die Brennnessel ist eine universal verwendbare Pflanze, von der Wurzel bis zum Samen können alle Pflanzenteile genutzt werden. Wenn Brennnesseln regelmäßig geschnitten werden treiben sie nach, so dass man den ganzen Sommer über junge Ernte für die Küche hat.

Die Brennnessel wird zur Anregung des gesamten Körperstoffwechsels, insbesondere zur Unterstützung der Wasserausscheidung, verwendet. Sie ist Bestandteil von Teemischungen gegen Rheuma, Gicht, Galle und Leberbeschwerden. Seit Jahrhunderten wird sie zur Stärkung bei Schwäche, Erschöpfung und Anämie eingesetzt.

Brennnesselblätterin Weinteig gebacken

Zutaten:100 - 125 g Weizen, Vollkornmehl, 2 Eier, 1 Prise Salz, 1/8 1 Weißwein, ca. 20 frische Brennnesselblätter, Pflanzenöl zum Ausbacken.

Zubereitung:Das Mehl mit dem Salz, Wein und Eigelb verrühren. Den Teig ruhen lassen. Inzwischen das Eiweiß steif schlagen und darunterheben. Das Pflanzenöl in einer Pfanne erhitzen. Die Brennnesselblätter an den Stengeln anfassen, in den Teig tauchen und im heißen Öl knusprig backen.

Giersch oder Geißfuß

Der Giersch gehört zur Familie der Doldenblütler. Man trifft ihn oft an Hecken, Zäunen, Gebüsch, aber auch in Gärten. Hat sich der Giersch im Garten erst einmal angesiedelt, vermehrt er sich über seine unterirdischen Wurzelausläufer sehr stark und ist kaum mehr auszurotten. Darum ist der Giersch bei Hobbygärtnern sehr unbeliebt. Wenn man ihn in einer Ecke des Gartens "zähmt" und kurz hält, steht junger Giersch immer zur Verfügung. Während der ganzen Vegetationsperiode können dann die nachwachsenden zarten jungen Blätter gepflückt werden, denn alte Gierschblätter schmecken nicht.


Der Giersch hat im Volksmund viele Namen wie "Gichtkraut" oder "Zipperleinskraut". Das weist schon auf seine Eigenschaften hin. In der Volksmedizin wird dem Giersch eine entschlackende, harntreibende Wirkung zugesprochen, er wird gegen Gicht und Rheuma eingesetzt. Zerriebene Blätter können bei Insektenstichen aufgelegt werden.

Giersch-Brennnessel-Suppe

Zutaten:2 Handvoll Brennnesseln, 2 Handvoll Gierschblätter, ca. 1 l Wasser,1 Zwiebel, 1 Knoblauchzehe, 3 EL Öl, 1 EL Weizenvollkornmehl, 1 Gemüsebrühwürfel, 1/8 l Sahne, etwas Salz, etwas Muskat, 2 Scheiben Brot zum Rösten

Zubereitung:Die Brennnesseln und den Giersch waschen. Dann in einen Topf mit kochendem Wasser geben und aufwallen lassen. Das Kochwasser abgießen, aber nicht wegschütten. Die Kräuter kalt abbrausen, abtropfen lassen und klein hacken. Zwiebeln und Knoblauch würfeln, in Öl glasig dünsten und das Mehl dazugeben. Alles umrühren und mit dem aufbewahrten Kochwasser aufgießen.

Gemüsebrühwürfel und gehackte Kräuter dazugeben. Die Suppe fünf Minuten ziehen lassen. Anschließend Sahne hineinrühren und abschmecken. Das Brot würfeln und anrösten und auf die Suppe streuen.

Löwenzahn

Der Löwenzahn gehört zu den Pionierpflanzen unter den Wildkräutern. Er holt mit seinen Pfahlwurzeln, die bis zu 30 Zentimeter lang sein können, die Nährstoffe aus den tieferen Schichten, reichert den Boden mit Wurzelsekreten an und macht "tote Böden" wieder urbar. Als Heilpflanze und Wildgemüse verdient der Löwenzahn hohe Wertschätzung, denn seine Wurzel, Blätter und Blüten lassen sich für Heilzwecke und Delikatessen verwenden. Als Heilpflanze regt der Löwenzahn vor allem die Nieren- und Lebertätigkeit an, fördert den Stoffwechsel und die Ausscheidung, und ist er besonders zur Entschlackung im Frühjahr geeignet.

Löwenzahn-Tomatensalatmit geröstetem Sesam

Zutaten:1 kleine Schüssel voll zarter Löwenzahnblätter, ½ kg Tomaten, 1 Zwiebel, 1 EL Olivenöl, Saft 1 Zitrone, 1 Joghurt, 1 Prise Zucker, 1 Prise Salz, etwas Basilikum, etwas Thymian, 2 EL Sesamkörner

Zubereitung:Die Tomaten in Scheiben schneiden. Die Zwiebeln fein hacken. Die Löwenzahnblätter waschen und in Streifen schneiden. Die Soßenzutaten verrühren und mit dem Salat mischen. Die Sesamkörner in einer heißen Pfanne ohne Fett goldgelb rösten und über den Löwenzahnsalat streuen. Den Salat mit Tomaten garnieren und sofort servieren.



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Rezepte aus dem Buch "Von Frühlingskräutern bis zum Wintergemüse - Kochen im Einklang mit den Jahreszeiten" von Markusine Guthjahr, Buch- und Kunstverlag Oberpfalz, 19.95 Euro, ISBN: 978-3-935587-010-2.
Weitere Beiträge zu den Themen: Magazin (11335)Mai 2015 (7906)
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