Martin Schleske: "Der Klang - Vom unerhörten Sinn des Lebens"
Gottvertrauen lernen

Johannisthal. Direktor Manfred Strigl hieß im Haus Johannisthal einen besonderen Gast willkommen: Martin Schleske aus München, international renommierter Geigenbaumeister und Bestsellerautor des Buches "Der Klang - Vom unerhörten Sinn des Lebens".

In der Kapelle lauschten die Zuhörer gespannt den Worten und Tönen des Meisters. "Wir sind nicht mehr fähig, Gleichnisse im Leben zu schaffen. Wir sind nicht mehr fähig zu gestalten. Dadurch haben wir aufgehört, Ebenbilder Gottes zu sein...", zitierte der Autor Friedrich Hundertwasser. Danach erzählt Schleske von zahlreichen Erlebnissen aus seinem Schaffen und den Begegnungen mit Menschen, die ihn immer wieder Parallelen und Gleichnisse finden liesen - zum Sinn des Lebens und zum Leben mit Gott.

"Wir meinen heute, Spiritualität bedeute vor allem, dass unser Herz seine Ruhe findet. Doch es bedeutet eben auch das Gegenteil: Wenn mein Leben mir etwas wert ist, dann werde ich mich aufmachen und mein Dasein als eine Pilgerschaft des suchenden und hörenden Lebens verstehen. So werde ich aufbrechen, fragen, ausschauen und forschen", sagte Schleske.

Für ihn ist klar, dass das Vertrauen das wichtigste im Leben sei, dass es ein Leben lang darum gehe, Gottvertrauen zu lernen. Überzeugend sprach er von seiner Lust und seiner Art zu beten. Ohne das Gebet am frühen Morgen könnte er seine Arbeit nicht beginnen. Ebenso gehöre in seiner Werkstatt das Arbeiten in der Stille unbedingt dazu.

Die Geigenbauwerkstatt verstehe er als Gleichnis zur "Werkstatt Gottes". Die Leidenschaft, dem Leben einen "guten Klang" zu geben und dem Menschen seine Stimme, versinnbildlichte Schleske an diesem Abend immer wieder in beeindruckender Form. Mit Worten, aber auch mit wohlklingenden Tönen auf seiner Geige und nicht zuletzt auch mit einem seiner alten "Goldstückchen" aus seiner Werkstatt: einem 1884 geschlagenen Stück Holz. So wie man wissen muss, wo und wie das Holz zum Klingen gebracht werden kann, ist es auch mit dem eigenen Leben im "Gleichklang" zwischen der inneren Ruhe des Vertrauens und dem Schwingen an den Knotenpunkten des Lebens.

Zuletzt demonstrierte er auf einem Geigendeckel, was vielen auch lange in Erinnerung bleiben wird: wie es ist, gegen oder mit der Faser zu arbeiten, gegen oder mit seinem Sinn des Lebens zu sein. Die Zuhörer gingen nachdenklich, begeistert und bereichert nach Hause. Der Bestsellerautor versprach wieder zu kommen.
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