Martin Schönfelder am Nachmenstag 85. - Schriftsetzer für Kemnather Zeitung
Stadtgeschehen gedruckt

Martin Schönfelder (Mitte) nahm an seinem 85. Geburtstag die Glückwünsche von Sohn Günter, Stadtpfarrer Konrad Amschl, zweitem Bürgermeister Hermann Schraml und Sohn Werner (von links) entgegen. Bild: jzk
Kemnath. (jzk) Bei unzähligen Geburtstagen hat Martin Schönfelder dafür gesorgt, dass sie in der Kemnather Zeitung erschienen sind. Jetzt ist er selbst Mittelpunkt eines Artikels über einen halbrunden Ehrentag. An seinem Namenstag feierte der ehemalige Schriftsetzer seinen 85.

Der noch immer körperlich und geistig fitte Jubilar kam 1930 in Höflas zur Welt. Ab 1936 besuchte er die Volksschule in Oberndorf. Als alle Lehrer zum Wehrdienst eingezogen waren, musste er in Kemnath den Unterricht besuchen. Nach Kriegsende begann er dort in der Buchdruckerei Weyh eine Lehre als Schriftsetzer. "In der schlechten Zeit mussten wir auch Lebensmittelkarten und Bezugsscheine drucken", erinnert sich Schönfelder. Schon bald wurde die Kemnather Zeitung gedruckt, die in der Woche dreimal erschien.

"Im Handsatz musste ich jeden einzelnen Buchstaben des Textes spiegelverkehrt mit Bleilettern setzen", berichtet der 85-Jährige. In mühsamer Arbeit habe er beim Umbruch jede Seite der Zeitung zusammengestellt. Das alles geschah unter enormem Zeitdruck, denn um 5 Uhr musste die noch druckfrische Zeitung zur Post zum Versand gebracht werden. Jede zweite Woche hatte er Nachtdienst.

Als "Der neue Tag" die Kemnather Zeitung übernahm, wurde Schönfelder nach Erbendorf versetzt. Dort half er elf Jahre lang beim Drucken des Steinwald-Naabtal-Kuriers mit, der einmal pro Woche erschien. Von 1971 bis zum Ruhestand ab 1993 arbeitete er in Bayreuth in der Verlagsdruckerei Neubert.

1957 heiratete Schönfelder Margarete Panzer aus Oberndorf. Die beiden bekamen die Söhne Günter und Werner. Der Tod seiner Frau vor zehn Jahren war für den rüstigen Rentner ein schwerer Schicksalsschlag. Viel Freude hat der Jubilar an seinen vier Enkelkindern Sabine, Alexander, Daniela und Lisa. Entspannung findet er beim Fotografieren. Als ehemaliger Schriftsetzer begutachtet der eifrige Zeitungsleser jeden Tag natürlich kritisch die Druckerkünste seiner Kollegen.

Zahlreiche Bekannte und Verwandte wünschten dem "Schönfelder Martin" an seinem Ehrentag Glück und Gesundheit. In die Schar der Gratulanten reihten sich auch Abordnungen des SVSW Kemnath, der Feuerwehr und des Fichtelgebirgsvereins ein. Präsente hatten zudem zweiter Bürgermeister Hermann Schraml und Stadtpfarrer Konrad Amschl mit in Schönfelders Haus, das er seit 55 Jahren bewohnt, gebracht.
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