Maßarbeit auf dem Fahrenberg

Langsam zeichnet sich ab, wie die Wallfahrtskirche aus dem Fahrenberg nach der Innensanierung ausschauen wird. In dieser Woche stellten Steinmetze den neuen Volksaltar und Ambo auf. Der bayerische Flusskiesel hat einen schönen mit Farbklang und Maserungen. Bild: fvo

Weiterer Meilenstein bei der Innensanierung der Wallfahrtskirche auf dem Fahrenberg: Nach fünf Stunden hatten die Steinmetze der Firma Lippert-Neumann GmbH aus Kaufbeuren mit bewundernswerter Gelassenheit den neuen Volksaltar mit Ambo gesetzt.

Fahrenberg. (fvo) Das war Schwerstarbeit. Unter der Regie des Künstler-Ehepaars Susanna und Bernhard Lutzenberger aus Bad Wörishofen montierten die Steinmetze in Abstimmung mit dem Waldthurner Architekten Rudolf Meißner die neue sakrale Ausstattung des Gotteshauses.

Auf dem Unterbau des Altars, dem Stipes, liegt die Altarplatte, auch Mensa genannt, auf. Unter- und Oberteil bestehen aus Wertacher Flusskiesel (Kalkstein aus dem Allgäu) und wiegen zusammen über drei Tonnen. "Der Altar wurde aus verschiedenen Gesteinsblöcken herausgearbeitet und musste in der Struktur trotzdem zusammenpassen", erzählt Bernhard Lutzenberger. An einer Saugplatte "fädelten" die Steinmetze die Altarplatte auf das Unterteil, dazwischen fügten sie ein goldfarbiges Tombakblech ein, das von vorne und von hinten als waagerechte Trennlinie zu sehen ist und die Dreifaltigkeit darstellt.

"Wichtig ist, dass der Altar direkt auf den Betonboden gestellt wurde und später die Platten rundherum anschließen", erklärt Meißner. Symbolisch soll hier der Eindruck entstehen, dass der in würfelartiger Form gehaltene Zelebrationsaltar aus dem Kirchenboden gewachsen sei.

Ambo wiegt 800 Kilo

Im zweiten Schritt wurde der 800 Kilogramm schwere Ambo links vom Volksaltar platziert. Er besteht aus dem gleichen Material, ist in zwei Teilen konzipiert und nach dem gleichen Prinzip mit einer Trennlinie errichtet.

"Wir haben uns die Kirche genau angeschaut und stimmten den neuen Volksaltar und Ambo mit den vorhandenen marmorierten Seitenaltären ab. Sie wurden harmonisch in die Kirche eingebunden", verrät die Künstlerin Susanna Lutzenberger. "Mit dem bayerischen Flusskiesel verwendeten wir einen malerischen Stein mit Farbklang und Maserungen, der zu dieser Wallfahrtskirche passt ".

Restaurator ist fertig

Kredenz, zwei Altarleuchter, vier Sedilien mit Priestersitz, Vortragekreuz, Osterleuchter und die Ablage für das Evangeliar werden noch geliefert. Die Gesamtkosten der Altarraum-Gestaltung liegen bei 50 000 Euro.

Im Mai konnte man einen vielschichtigen Blick in die Vergangenheit der Wallfahrtskirche werfen. Beim Öffnen des Kirchenbodens traten die Reste der gotischen Kirche aus dem 14. Jahrhundert zum Vorschein (wir berichteten). Dazu stieß der Archäologe auf sechs Pfeilfundamente eines Nonnenchors sowie ein Grab, vermutlich der Herren von Waldau, und auf das Skelett eines Mannes. Die archäologischen Arbeiten sind abgeschlossen, ebenso die Putzarbeiten am Mauerwerk. Dem Problem mit dem Kondensat und der Feuchtigkeitsbelastung trete man mit einem sogenannten Salzspeicherputz entgegen, der die Salze aufnimmt und sie verzögert wieder abgibt.

Die Kirchenbänke lagern in der Buchberger Halle, wo sie restauriert werden. Der Restaurator ist zurzeit mit den beiden Seitenaltären beschäftigt, anschließend ist der Hochaltar an der Reihe.
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