Mauerbau und Todeszaun

Auf 20 großformatigen Plakaten erzählen die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, die Bild-Zeitung und die "Welt" die Geschichte der innerdeutschen Grenze und der Berliner Mauer nach. Die Volkshochschule Eschenbach hat die Ausstellung im Treppenhaus und in weiteren Räumlichkeiten des alten Landratsamts aufgebaut. Bild: do

Es ist eine Ausstellung gegen das Vergessen: "Die Mauer", heißt die Schau, die auf Initiative der Volkshochschule bis Januar nächsten Jahres in den Räumlichkeiten des alten Landratsamts zu sehen ist.

Auf Initiative der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur haben die Zeitungen "Bild" und "Welt" gemeinsam die Ausstellung erarbeitet. Nach Öffnung der Archive beider Zeitungen gibt sie auf 20 Plakaten im Großformat neue Einblicke in die Teilung Deutschlands vor 53 Jahren und beleuchtet die Geschehnisse am "antifaschistischen Schutzwall" bis zur friedlichen Revolution vor 25 Jahren.

Die Schau zeigt mit Fotos, kurzen Texten und Grafiken die Geschichte der deutschen Teilung auf, mit dem Mauerbau und dem Todeszaun an der innerdeutschen Grenze als Schwerpunkte. Ebenso werden die politischen Hintergründe behandelt. Die Autoren kommen zu dem Ergebnis, dass es sich beim Mauerbau und den Grenzsperren nicht um die Ergebnisse des Kalten Krieges zweier Supermächte gehandelt habe, sondern um das Scheitern der sozialistischen Ideologie.

Morden an der Grenze

Ausführlich behandelt die Ausstellung die Vorgeschichte mit der Massenflucht aus der DDR und die Geschehnisse in "Klein-Berlin", dem Dorf Mödlareuth, unmittelbar nach Beginn des Mauerbaues und der Grenzbefestigungen. Erinnert wird an Minenfelder und Selbstschussanlagen, den Kahlschlag an der innerdeutschen Grenze, an Stacheldrahtverhaue und Schießbefehle.

Hingewiesen wird darauf, dass es nie "den einen schriftlichen Befehl" gegeben habe, "Grenzverletzer" um jeden Preis aufzuhalten. Dennoch habe die SED-Führung den Grenzorganen das Morden an der Grenze unmissverständlich klar gemacht.

Kabarettabend

Die Ausstellung ist zu den üblichen Öffnungszeiten des Büros der Volkshochschule im alten Landratsamt zu sehen. In diesem Zusammenhang weist die VHS auf einen Kabarettabend mit Steffen Lutz Matkowitz hin. Der Künstler ist der Gründer des 1983 in der DDR verbotenen Kabaretts "Lindenauer Brettl - Leipziger Brettl".

Unter dem Leitgedanken "Hammer und Sichel - Gegen das Vergessen und Verklären der letzten deutschen Diktatur" präsentiert Matkowitz am Freitag, 14. November, in der Aula des Sonderpädagogischen Förderzentrums das Beste aus den Erfolgsprogrammen "Der politische Witz der DDR, Teil 1" und "Die letzte Sitzung - der politische Witz der DDR, zweiter und letzter Teil". Kooperationspartner der Veranstaltung ist der Kulturkreis Pressath.
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