MdL Schwartz zur Nachtzielgerät-Diskussion: "Probleme im Revier lösen, nicht in München"

Der Einsatz von Nachtzielgeräten bei der Jagd sorgt zur Zeit für heftige Diskussionen unter den Jägern.

Im Kampf gegen die Schwarzkittel werden bayerische Jäger möglicherweise demnächst zu einem militärischen Hilfsmittel greifen dürfen. Zumindest "in besonderen Problemregionen" soll die Installation von Nachtzielgeräten erlaubt werden, stimmte der Agrarausschuss des Landtags auf Antrag der CSU dafür.

Über den Stand der Diskussion "Nachtzielgerät in der Landesregierung" und über waffenrechtliche Aspekte zu informieren, aber auch als Jurist das eine oder andere zurecht zu rücken, hatte die Jägerkameradschaft Auerbach den Landtagsabgeordneten Dr. Harald Schwartz zu Gast.

Demnach gelte es im Umgang mit dem Nachtzielgerät zwischen jagd- und waffenrechtlichen Belangen zu unterscheiden.

"Die waffenrechtliche Prüfung erfolgt durch das Bundeskriminalamt. Bisher sind lediglich drei Landkreise in Bayern mit einem entsprechenden Antrag beim jeweiligen Landratsamt auf Zulassung von Nachtzielgeräten bei der Schwarzwildbekämpfung bekannt", erklärte der Redner. Er, so der Abgeordnete, sehe nicht, dass die Argumente, die dagegen sprechen, stichhaltig sind. Allerdings bedeute der Einsatz des Nachtzielgerätes nur einen kleinen Schritt beim Kampf gegen das Schwarzwild.

"Die Probleme sind im Revier zu lösen und nicht in München oder Regensburg und auch nicht bei der Unteren Jagdbehörde", brachte es Schwartz auf den Punkt.

"Warum nicht mit der Taschenlampe auf Saujagd gehen?" Immerhin habe man acht bis zehn Sauen bei einem Projekt in Schnabelwaid mit Hilfe von Taschenlampen erlegt, warf ein Jäger ein. Zweifel über die Freigabe dieses Hilfsmittels hegte Vorsitzender Dieter Möller aufgrund von Aussagen beim Landesjägertag durch Landwirtschaftsminister Helmut Brunner und dem Präsidenten des Bayerischen Landesjagdverbandes, Jürgen Vocke. Auffällig für ihn als Teilnehmer war, dass Brunner seine Überzeugung zurückschraubte, dass das Nachtzielgerät kommt.

Zum anderen habe der Präsident des Bayerischen Jagdverbandes betont: so lange er vorne dran stehe, wird es kein Nachtzielgerät geben. "Wichtig ist, dass wir uns einig darüber sind, wollen wir es oder nicht", machte Möller den Waidgenossen klar. (cs)
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