Medizin von der Wiese

VdK-Vorsitzender Albin Zeitler (Vierter von links) hatte die beiden Kräuterführerinnen Petra Hirschmann und Birgit Weber (Fünfte und Sechste von links) zu einem Vortrag in das Schützenhaus eingeladen. Bild: jzk

Sonne, die Blätter in allen erdenklichen Farben leuchten lässt - so schön kann der Herbst sein. Er kann sich wie derzeit auch von einer anderen Seite zeigen. Regen, Kälte und Schnee - die Arztpraxen füllen sich mit Erkältungsgeplagten. Ein Spaziergang kann ihnen diesen Weg ersparen.

Kastl. (jzk) Davon sind Birgit Weber und Petra Hirschmann überzeugt. Unter dem Motto "Wie Sie fit und gesund durch den Herbst und den Winter kommen" gaben die zertifizierten Kräuterführerinnen beim VdK-Ortsverband Tipps. Ins Schützenhaus eingeladen hatte sie Vorsitzender Albin Zeitler. Die Referentinnen stellten die heilsame Wirkung von bekannten Kräutern und Gewürzen wie Anis, Hagebutte, Kardamom, Rosmarin, Salbei, Schwarzkümmel, Thymian, Ceylon Zimt, Schafgarbe und Beinwell vor. Letztere sei aber für Kinder unter drei Jahren nicht geeignet.

Elixier der heiligen Hildegard

Die Kräuterexpertinnen erklärten auch die Zusammensetzung, Wirkung und Dosierung von Andornmischkräutern (Grippekräuter) und Pfirsichblätter-Elixier. Diese Rezepturen stammen aus den heilkundlichen Schriften der heiligen Hildegard von Bingen. Sie brachte im 12. Jahrhundert das damalige Wissen über Krankheiten und Pflanzen mit der Volksmedizin zusammen und nutzte erstmals die volkstümlichen Pflanzennamen.

Für den täglichen Gebrauch wiesen die Referentinnen auch auf wirksame Mittel für die kalte Jahreszeit hin, die in keiner Hausapotheke fehlen sollten. Halsweh, Bronchitis, Husten, Erkältung, Fieber, Magen-Darm-Katarrh, Schlafstörungen und andere Beschwerden könnten mit pflanzlichen Mitteln gut behandelt werden, betonten sie: "Man sollte nicht immer gleich zu Tabletten greifen."

Auch leckere Rezepte für Anisbrötchen, Rahmgemüse aus Kohlrabi und Möhren, Thymianwein, Knabbergebäck mit Schwarzkümmel und Dinkelkekse hatten Hirschmann und Weber mitgebracht. Um ihre Ausführungen anschaulich zu verdeutlichen, gab es viele Kostproben und ein Skript zum Mitnehmen. Jeder Teilnehmer erhielt zudem eine bei blauen Flecken und Prellungen schmerzstillende Salbe.

Seele ordnen

Jeder solle sich sein Leben ansehen, sollten die Kräuter oder Medikamente nach Naturheilverfahren nicht wirken, erklärte die Rednerinnen. Sie verwiesen auf einen Ausspruch von Pfarrer Sebastian Kneipp: "Erst als ich daran ging, Ordnung in die Seelen meiner Patienten zu bringen, hatte ich Heilerfolge." Albin Zeitler bedankte sich mit einem Präsent.
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