Mehr als 100 000 Euro Defizit

Das Jugendtagungshaus Stützelvilla machte 2014 ein sattes Defizit. Der Kreisjugendring denkt darüber nach, wie das Haus in Zukunft attraktiver werden kann. Eine weitere Herausforderung, auch für die Jugendgruppen, ist die Integration der vielen unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge.

Windischeschenbach. (fz) In der Frühjahrsvollversammlung stellte Vorsitzender Rupert Seitz den Fachvertretern sowie Delegierten der Jugendverbände und -organisationen in der Stützelvilla auch den neuen Hausmeister Hans-Jürgen Preisinger vor. Er wird am 1. Juli die Tätigkeit aufnehmen. Zur Einrichtung selbst sagte Seitz, dass es darum gehe, diese für die Zukunft weiter fit zu halten.

England: Kontingent erhöht

Seitz erinnerte an erfolgreiche Skifreizeiten in Saalbach, am Arber und in Obertauern mit je über 40 Teilnehmern. 45 Jugendliche fuhren ins Palm Beach. Im nächsten Halbjahr steht eine Vielzahl hochkarätiger Veranstaltungen auf dem Programm. Für die Sprachreise nach England im Mai musste das Kontingent wegen der Nachfrage zwei Mal erhöhen. Weiter geht's in den Pfingstferien vier Tage nach Hamburg und im Juli zum Musical "Cabaret" auf die Luisenburg.

In den Sommerferien folgen eine weitere Sprachreise nach England und ein Sprachcamp für Kinder in Stralsund an der Ostsee. Weiter werden ein deutsch-tschechisches Mediencamp angeboten und die Dance Academy in Waldmünchen. Neu ist der Jugendaustausch mit Legnano/Verona. Hierfür werden noch Gastfamilien gesucht. Fahrten führen in den Zoo nach Leipzig und drei Tage nach Wien. Seitz hob hervor, dass 35 der 38 Gemeinden bereits das Fifty-Fifty-Taxi finanziell unterstützen.

Die Jahresrechnung 2014 trug Geschäftsführer Martin Neumann vor. Das Haushaltsergebnis lautete zum Ende des Jahres 598 632 Euro. Für Aktivitäten hat man 142 517 Euro eingesetzt. Auf 255 610 Euro sind die Einnahmen in der Stützelvilla gesunken, was ein Defizit von 108 530 Euro bedeutet. Neumann führte als einen der Hauptgründe die nur 8108 Belegungstage an, weil einige größere Tagungen abgesagt worden waren. In einer Nachwahl wurde Karl Prell aus Pirk als "freie Persönlichkeit" bestimmt.

Als aktuelles Thema hatte der Kreisjugendring das Referat der stellvertretenden Jugendamtsleiterin Christine Gebhard über unbegleitete minderjährige Flüchtlinge auf die Tagesordnung genommen. Anhand des Jugendlichen Ahmed zeigte Gebhard die Flucht aus Eritrea bis nach Deutschland auf. Aktuell werden im Landkreis 39 unbegleitete jugendliche Flüchtlinge betreut. "Sie genießen Schutz bis zur Volljährigkeit und gehen dann in das Asylverfahren über." Alleine für heuer prognostiziert Gebhard 37 weitere unbegleitete jugendliche Flüchtlinge.

Jugendamt "am Anschlag"

Landrat Andreas Meier führte an, dass in Sachen Asyl die Sozialverwaltung und die Jugendamtsarbeit "am Anschlag" laufe. 510 Asylbewerber lebten im Landkreis. Vor einem Jahr waren es 200. Der Landrat rechnet mit einer Verdoppelung in diesem Jahr und befürchtet, dass sich die Stimmung in der Bevölkerung mit zunehmender Zahl ankommender Fremder zuspitzen könnte.

Zur Stützelvilla sagte Meier, dass das Defizit nicht handelnden Personen angelastet werden könne. Der Landrat stellte zudem fest, dass das Haus in die Jahre gekommen sei und der Landkreis vor der Entscheidung stehe, wie es weiter gehen soll. Wenn diese Frage geklärt sei, gelte es, in mehreren Bauabschnitten für die Folgejahre zu investieren.
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