Mehr als Brauch

Nach wochenlangem Hochsommerwetter kamen beim Patroziniumsgottesdienst in Pichlberg die Regenschirme wieder zu Ehren. Doch die dezente "Dusche" nahm dem Himmel wohl niemand übel. Bild: bjp

Mag die Bedeutung des Feiertags anderswo in Vergessenheit geraten. Die Pichlberger feiern Mariä Himmelfahrt weiter groß.

Nicht nur Fahnen und Trachten, sondern auch Regenschirme setzten auf dem Pichlberger Dorfplatz Farbtupfer während der Patroziniumsmesse an Mariä Himmelfahrt. Doch nach wochenlanger Hitze und Trockenheit störte der Nieselregen kaum jemand. "Der Himmel weint vor Freude", sagte Kapellenvereinsvorsitzender Josef Nickl.

In seiner Predigt rückte Pfarrer Werner Kaspindalin falsch-verklärende Vorstellungen über Maria und das Hochfest ihrer leiblichen Aufnahme in den Himmel zurecht. Wenngleich Maria die auserwählte Mutter des Gottessohnes gewesen sei, so habe sie doch als "Frau aus dem Volk" ein Leben mit Freuden und Schmerzen gelebt: "Maria war während ihres Erdenlebens in keiner Weise abgehoben und entrückt."

Kaspindalin freute sich, dass die Pichlberger ihre vor dreieinhalb Jahrzehnten gebaute Kapelle der Mutter Christi weihen ließen und dieses Patrozinium bis heute würdevoll feiern. Leider verliere Mariä Himmelfahrt vielerorts an religiöser Innigkeit und werde zusehends nur noch als willkommener sommerlicher Feiertag wahrgenommen, eine "bedauerliche Facette eines allgemeinen Wertewandels", zu dessen Ausflüssen auch die Aufweichung der Ehe- und Familienstrukturen gehöre: "Hier wird auch die Politik noch manches ändern, und nicht immer zum Besseren."

Wie immer ging der von den Pressather Musikanten begleiteten Messe ein Kirchenzug voraus, der Frauenbund bot geweihte Kräutersträuße an. Nach dem Gottesdienst hieß Josef Nickl die "dreistellige" Besucherschar zum Weißwurstfrühschoppen willkommen. In die Vorbereitung habe sich die Dorfgemeinschaft eingebracht, dankte Nickl. Abgeschlossen wurde das Fest mit der traditionellen Marienandacht, die Martina Bräutigam, Sandra Kutzer und Günther Reiß gestalteten.
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