Mehr als ein Bau mit Turm

Bischof Walter Mixa (Zweiter von links) feierte den Festgottesdienst mit (von links) weiteren drei Geistlichen, Dekan Elmar Spöttle, Pfarrer Hans Zeltsperger sowie dem ehemaligen Pfarrer von Königstein, Andreas Hanke.

Ein langer Festzug marschierte am Sonntag in die festlich geschmückte, voll besetzte St.-Michelskirche, um deren Weihe vor 50 Jahren zu feiern. Auch ein ganz besonderer Gast war dabei: Bischof Walter Mixa.

Neben vier Geistlichen und den Ministranten war ein großes Aufgebot der örtlichen Vereine mit Fahnenabordnungen vertreten. Sina Fischer begrüßte Bischof Walter Mixa mit einem Gedicht und übergab ihm eine Rose. Der Kirchenchor unter Leitung von Richard Pesold bot musikalische Hochgenüsse.

"Wer ist wie Gott?"

In seiner frei gehaltenen Predigt ging Bischof Mixa auf den heiligen Michael ein - den Schutzpatron der Kirche. Übersetzt heiße Michael "Wer ist wie Gott?" Diese Frage stelle sich jeder, schon damals beim Kirchenbau und auch heute noch, angesichts der vielen Religionen. Danach erklärte Mixa anhand der Kunstgegenstände im Altarraum den christlichen Glauben: "Am Marienaltar sehen Sie, wie Gott in einem kleinen Kind Mensch wird, am Kreuz wird sichtbar, wie Gott seinen Sohn für die Sünde der Welt opfert." Auch die Steinmauer beeindruckte den Bischof, der die Gemeindemitglieder als "Ecksteine des Glaubens" bezeichnete: "Was wäre ein Pfarrer oder ein Bischof ohne euch Gläubige?"

In einem Grußwort verwies Dekan Elmar Spöttle aus Habsberg darauf, dass Königstein der nordöstlichste Zipfel des Dekanats sei. Er sei gerne zum Jubiläum gekommen - denn "wir sind gleich alt": Er selbst habe vor kurzem auch seinen 50. Geburtstag gefeiert. Der evangelische Pfarrer Konrad Schornbaum erinnerte daran, dass evangelische und katholische Christen über 300 Jahre in der simultanen St. Georgskirche zusammengespannt waren. Beide durften und mussten das Gotteshaus gemeinsam nutzen, was zu manchen Schwierigkeiten führte. Schornbaum gratulierte zum Jubiläum und rief zur Ökumene auf. Im Namen der evangelischen Gemeinde übergab er Pfarrer Hans Zeltsperger eine Spende.

Dem Glauben verbunden

Bürgermeister Hans Koch übermittelte die Grüße des terminlich verhinderten Landrats Richard Reisinger. St. Michael verkörpere die Kraft und die Stärke, mit der sich die Menschen, Priester und Laien ihrem Glauben und ihren Mitmenschen gegenüber verbunden fühlen: "Für unsere Bürger ist es mehr als ein großes Gebäude mit Turm, das mit Glockengeläut zum Gottesdienst ruft."

Mit Material aus der Umgebung und der Arbeitskraft der Menschen sei die Kirche zur geistlichen Heimat geworden. Er selbst sei in St. Michael als Evangelischer getraut, seine Söhne seien hier getauft worde, und hier habe er auch von lieben Menschen Abschied nehmen müssen. Koch wünschte sich ein gesegnetes Miteinander und übergab einen Scheck der Marktgemeinde.
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