Mehr als ein neuer Anstrich

Der Bauausschuss wollte sich von Bürgermeister Georg Butz und Bauamtsleiter Stefan Ott eigentlich die Sanierung des Leichenhauses vorstellen lassen. Nun wurde auch Hans Zitzlers Neubauplan erörtert. Bild: Völkl

Das Leichenhaus wird saniert. Allerdings ließ der Bauausschuss für den Neubauvorschlag des FW-Marktrates Hans Zitzler noch einen kleinen Spalt in der Tür offen.

Wernberg-Köblitz. (cv) Die Generalsanierung des Leichenhauses im Oberköblitzer Friedhof ist im Marktrat beschlossene Sache. Konzept und geplante Maßnahmen wollte die Verwaltung eigentlich dem Bauausschuss in der letzten Sitzung präsentieren. Doch in diesen Fahrplan platzte in der vorausgegangenen Marktratssitzung Hans Zitzlers Planung und Kostenberechnung für einen Neubau - rund 215 000 Euro. Die Sanierung liegt bei 185 000 Euro.

Fundament in Ordnung

Bürgermeister Georg Butz kritisierte den Zeitpunkt des Vorschlags. Die Ausschreibung sei fertig, der Marktrat hatte darüber beschlossen und die Mittel seien haushaltsmäßig eingeplant. Vor sechs Jahren habe es mit Blick auf die spätere Generalsanierung lediglich einen neuen Anstrich gegeben. Nun sei eine umfassende Sanierung geplant, verwies Butz auf die zwei Schürfgruben am Gebäude. "Das Fundament ist in Ordnung. Es gibt auch keine Risse".

Die Gemeinde wolle das Gebäude im ursprünglichen Charakter an der bisherigen Stelle erhalten, aber das Innenleben zeitgemäß umgestalten. Es gebe einen Raum für den Friedhofswärter, einen Bereich, in den sich Geistliche umkleiden können, neue sanitäre Anlagen. Ein Neubau würde hingegen in die Nähe des erst neu gesetzten Zaunes kommen. Auch der Zugang wäre verändert.

Hans Zitzler hielt hier durchaus Korrekturen für möglich. Er hatte Zweifel, ob es bei dem veranschlagten Sanierungspreis bleibe. Seiner Ansicht nach müsse das Haus entkernt und die Bodenfeuchtigkeit gemessen werden. Was die vorgesehene Drainage anbelangt, ist er der Meinung, dass es oft Jahre dauere, bis das Gelände austrockne.

Butz hielt entgegen, welch lange Geschichte historische Gebäude im Vergleich zu manchem Neubau habe. Zitzlers veranschlagte Preise für einen Neubau seien geprüft und in Ordnung, doch die Sanierung sei ein einstimmiger Beschluss, an den man sich in einer Demokratie zu halten habe. Zitzler begründete seine späte und überraschende Planung für einen Neubau damit, dass er nach einem Unfall lange krank gewesen sei.

"Wir als Bauausschuss können keinen Neubau beschließen", stellte Bürgermeister Georg Butz mit Blick auf den vorliegenden Marktratsbeschluss zur Sanierung fest. Marktrat Vitus Bauer gab zu bedenken, dass man bei einem Neubau auf einen Architekten zurückgreifen müsse, wodurch Honorarkosten entstünden. Er erinnerte an das letzte Neubaumodell, das der Marktrat dann angesichts der Baukosten von rund 375 000 Euro verworfen habe. Bei Zitzlers Neubauplan entstünden zu den 215 000 Euro noch 15 Prozent Planungskosten, "die wir jetzt nicht haben", ergänzte Bürgermeister Butz. "Wir werfen unseren eigenen Etat über den Haufen", sprach sich Dieter Rosenberg für die Beibehaltung der bisherigen Marschroute aus. "Schön, dass du es gemacht hast", wandte sich Helmut Ries an Zitzler. "Doch leider zu spät. Ich bin mit einem Zurückrudern nicht einverstanden".

Freihändige Vergabe

Das Gremium verständigte sich schließlich darauf: Es bleibt beim Sanierungsbeschluss. Die Aufträge werden freihändig vergeben. Wenn das Submissionsergebnis auf dem Tisch liegt, wird entschieden, ob der bisherige Weg weiter gegangen wird.
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