Mehr als nur süß

Rita Kammerer, Erika Brandl und Georg Forster (von links) freuen sich über eine gelungene Veranstaltung. Bild: hch

Wieder etwas gelernt: "Weil sie Nutz- und Wildpflanzen bestäubt, ist die Honigbiene nach Schwein und Rind das drittwichtigste Tier auf der Welt", referierte Erika Brandl vom Verbraucher-Service Bayern.

Die Teamleiterin des Katholischen Frauenbundes, Rita Kammerer, und ihre Mitglieder staunten im Gemeindehaus über die vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten von Honig als Nahrungs-, Genuss- und Heilmittel.

"Wie viele Kalorien hat Honig?", fragten sie. 100 Gramm haben 305 Kalorien, antwortete die Expertin. "Weil Honig schon immer etwas Besonderes gewesen ist, war im Mittelalter seine Gewinnung Männersache". Wie sich die Zeiten geändert haben: "Bei den Imker-Kursen, die ich die letzte Zeit gegeben habe, waren beinahe die Hälfte der Teilnehmer Frauen", berichtete Brandl.

30 Kilo Pollen

Die Damen erfuhren, dass ein Volk im Jahr bis zu 30 Kilogramm Pollen sammelt. Diese enthalten wertvolles Eiweiß und schmeckten etwas bitter. Damit wird die Brut großgezogen. Die Königin legt in der Hochsaison bis zu 2000 Eier am Tag. Diese Leistung kann sie nur erbringen, indem sie mit Gelee Royal gefüttert wird. Dank diesem Futtersaft wächst die Königin binnen 16 Tagen heran. Die normalen Bienen brauchen dazu ganze 21 Tage. Die zwischen 500 bis 1000 Drohnen (männliche Bienen) sind drei bis vier Monate im Stamm. Der Drohn kann von einem Stamm in den anderen fliegen, ohne dass ihm etwas passiert, und er lässt sich gerne füttern. "Wie im richtigen Leben", schmunzelte die Frauenrunde.

Für ein Kilo Honig braucht es vier Kilo Nektar, der dann eingedickt wird. Dafür fliegt eine Biene viermal um die Erde. Blütenhonig wird aus Nektar, Waldhonig aus Honigtau gewonnen. Wie das Bestäuben abläuft, schilderte der Letzauer Imker Georg Forster: " Wenn sie mit einem Apfelbaum anfangen, arbeiten sie diesen komplett ab. Das nennt man blütenstetig." Bei einem Flugradius von bis zu fünf Kilometern schafft ein Volk bis zu 300 Kilo Nektar pro Jahr. Forster hatte einen Teil seiner Imkerausstattung mitgebracht und berichtete über ihre Verwendung.

Qualität sichern

Die Sicherung der Honigqualität sei in der Honigordnung festgeschrieben. "Honig etwas hinzufügen oder wegzunehmen, sei nicht erlaubt. "Premium" sei die beste Qualität, die bekäme man frisch nach dem Schleudern. Davon durften sich die Frauen selbst überzeugen. Sie kosteten frisches Brot mit Honig, Merrettichkäse, angemachte Käse, roten Zwiebelpesto und eine leckere Schoko-Nuss-Creme, die allesamt mit einigen Esslöffeln Honig zubereitet worden waren.
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