Mein Freund der Baum

Forstwirtschaftlicher Berater Andreas Arnold begutachtet die Bäume im Wald bei Neustadt. Bei seinen Rundgängen entscheidet er, welche beseitigt werden müssen. Bild: Schönberger

Wie eine Insel liegt Neustadt inmitten eines Waldgebiets. Damit das auch weiterhin wachsen und gedeihen kann, bedarf es einer umsichtigen Pflege. Andreas Arnold vom Forstrevier Neuhaus kümmert sich um das Gehölz. Und er weiß um eine Besonderheit im Neustädter Wald.

Neustadt/WN. (esc) Zweimal im Jahr macht sich Arnold auf den Weg und begutachtet die Bäume im Wald. Etwa eine Woche ist er da unterwegs. Entlang von Straßen, Bahnanlagen und Behausungen kontrolliert er, ob die Verkehrssicherheit noch gegeben ist. Verschiedene Baumarten sieht er bei seinen Rundgängen: Eichen, Linden, Buchen und Ahorn im Stadtwald treffen auf Nadelhölzer in den Privatwäldern. Und genau das ist das Besondere: der Mischwald. "Da hat Neustadt wirklich eine Vorreiterrolle", weiß der forstwirtschaftliche Berater.

Hunderte Tannen gepflanzt

Doch der Klimawandel macht sich auch im Neustädter Wald bemerkbar. "Fichten werden verstärkt Probleme kriegen." Aufgrund von Trocken- und Hitzeperioden sei diese Baumart besonders gefährdet. Deswegen haben Arnold und seine Vorgänger - er selbst ist erst seit eineinhalb Jahren im Gebiet Neustadt tätig - auf Tannen gesetzt. "In den letzten Jahren wurden 500 bis 600 Tannen in den Wald gepflanzt."

In der Stadtratssitzung berichtete Arnold von den Arbeiten des vergangenen Jahres. "Neustadt hat einen hervorragenden Waldbestand", erzählte er den Stadträten. "Und das soll so bleiben." Unter anderem sollte der Weg am Mühlberg "wieder Licht bekommen". Drei große Linden am Schmidrangen hatten schon ein so hohes Alter erreicht, dass sie beim Entfernen "regelrecht zerplatzt" seien, weil sie faul waren.

Der Bocklweg war stark zugewachsen, vor allem von Pappeln. Weil diese Baumart aber schnell wächst und in relativ jungen Jahren abstirbt und auch von Käfern befallen ist, sind diese bei Wind stark gefährdet. "Im Wald ist das okay, entlang von Straßen und Wanderwegen kann das aber gefährlich werden." Ahorn und Eichen seien hingegen stabiler. "Und die verkümmern dann auch unter den Pappeln", erzählt Arnold.

In der Regel wird das Holz der gefällten Bäume verwertet oder verkauft. Nur wenn die Qualität nicht mehr passt, wird das Holz verbrannt. "Es tut schon weh, wenn ein Baum gefällt wird", gesteht Arnold. "Aber das ist ein dynamischer Prozess, der Wald vergeht irgendwann."

Biber und Spechte

Auch Tiere haben sich wieder in den Wäldern um Neustadt eingenistet: Der Biber zum Beispiel ist im Einzugsbereich Gänsanger. "Da kann auch nichts passieren", wenn der Nager sich an den Bäumen zu schaffen macht. Auch der Bunt- und der Schwarzspecht haben sich im Gebiet um Neustadt heimisch gemacht.

Der Wald in und um Neustadt hat "schöne gemischte Bestände mit einer großen Bedeutung für die Allgemeinheit - wie zum Beispiel zum Wandern", resümiert Arnold über seine Arbeit.
Weitere Beiträge zu den Themen: März 2015 (9461)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.