Merkur beobachten

dpa_23108_20150918132611pdf.jpg

Im Oktober marschieren die hellen Wandelsterne am Morgenhimmel auf. Venus übertrifft mit ihrem Glanz alle Gestirne - nur den Mond nicht.

Der ringgeschmückte Saturn zeigt sich noch in der ersten Oktoberhälfte kurz nach Einbruch der Dunkelheit tief im Südwesten. Er hält sich im Grenzgebiet der Sternbilder Waage und Skorpion auf. Zu Oktoberbeginn geht Saturn kurz nach 21 Uhr unter, am 20. bereits eine Stunde früher. Danach wird man vergeblich nach dem Ringplaneten Ausschau halten. Saturn zieht sich vom Abendhimmel zurück. Im letzten Monatsdrittel bleibt der Abendhimmel ohne helle Planeten. Dafür gibt es am Morgenhimmel einen Aufmarsch der hellen Wandelsterne. Venus und Jupiter halten sich im Sternbild Löwe auf. Zu ihnen gesellt sich der lichtschwächere Mars. Das Planetentrio ist am günstigsten gegen 5 Uhr morgens am Osthimmel zu sehen.

___ ___

Merkur, der sonnennächste und kleinste der acht Planeten unseres Sonnensystems, bietet vom 10. bis 29. Oktober die einzige Morgensichtbarkeit in diesem Jahr in unseren Breiten. Um Merkur zu erspähen, ist eine freie Sicht zum Osthorizont erforderlich, da er nur knapp über der Horizontlinie steht, bevor er in der heller werdenden Morgendämmerung verblasst. Am 13. tritt um 2.06 Uhr die Neumondphase ein. Die Vollmondposition wird am 27. um 13.05 Uhr im Sternbild Fische erreicht. Einen Tag vorher passiert der Mond seinen erdnächsten Bahnpunkt, wobei ihn 358 460 Kilometer von uns trennen. Mit 406 390 Kilometer Distanz befindet sich unser Nachbar im All am 11. in Erdferne.

In der Nacht vom 29. auf 30. wandert der noch fast volle Mond vor dem Sternhaufen der Hyaden vorbei. Dabei bedeckt er Aldebaran, den hellen, orangenen Hauptstern des Stieres. Da der Mond ohne Lufthülle ist, verschwindet Aldebaran schlagartig am hellen Ostrand des Mondes und erscheint etwa eine Stunde später ebenso plötzlich am bereits dunklen Westrand des Mondes. Für den in Deutschland zentralen Ort 50 Grad Nord und 10 Grad Ost verschwindet Aldebaran um 22.50 Uhr hinter dem Mond und taucht um 23.53 Uhr wieder auf. Der Verlauf der Aldebaran-Bedeckung ist ortsabhängig.

Zur abendlichen Beobachtungsstunde sind inzwischen alle Herbststernbilder in günstige Positionen gerückt. In der westlichen Himmelshälfte dominiert noch das Sommerdreieck. Der helle Arktur im Bootes ist bereits im Nordwesten untergegangen. Auch der lichtschwache Herkules nähert sich seinem Untergang. Der Himmelsanblick wird von der Andromeda-Gruppe bestimmt. Diese Sternbildergruppe nimmt fast den gesamten Osthimmel ein. Sie setzt sich aus den Bildern Kassiopeia, Kepheus, Andromeda, Pegasus, Perseus und Walfisch zusammen. Zwar sind diese Herbstbilder längst nicht so hell wie die leuchtkräftigen Wintersternbilder, denn es fehlen Sterne erster Größenklasse. Aber sie haben ihren eigenen Reiz.

___

Sommerzeit endet

___

Die Sonne wandert am absteigenden Ast durch das Sternbild Jungfrau. Um den 20. passiert sie nördlich Spica, den Jungfrauhauptstern. Am 23. tritt die Sonne in das Tierkreiszeichen Skorpion. Am 31. wechselt sie abends in das Sternbild Waage. Die Tage verkürzen sich deutlich um fast zwei Stunden, die Mittagshöhe der Sonne nimmt um elf Grad ab. Nicht vergessen: Am 25. Oktober endet die Sommerzeit. Die Uhren müssen dann um 3 Uhr morgens auf 2 Uhr MEZ zurückgestellt werden.
Weitere Beiträge zu den Themen: Magazin (11335)Oktober 2015 (8435)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.