Michael Ritz über die Schweppermannspiele
Alle spielen eine tragende Rolle

Schweppermannspiele-Regisseur Michael Ritz: "Die größte Herausforderung ist natürlich, ein spannendes und lebendiges Spiel auf die Beine zu stellen - und zwar eines, das einen Mittelalter-Touch hat, aber auch dem heutigen Spannungsempfinden gerecht wird." Bild: Steinbacher
Lokales
Deutschland und die Welt
02.07.2013
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Kastl. (san) Zum zweiten Mal inszeniert Regisseur Michael Ritz die Kastler Schweppermannspiele. Mit rund 140 Laiendarstellern feiert er am Freitag Premiere. Im Innenhof der Klosterburg und damit am Originalschauplatz führen die Kastler das Spiel um den braven Feldhauptmann Seyfried Schweppermann auf. In einem Interview spricht Ritz über die Inszenierung und die Probenarbeit, aber auch über neue Elemente.

Wie läuft es mit den Proben für die Schweppermannspiele?

Ja, es läuft gut und wir sind im Zeitplan. Die große Kälte im Frühjahr war natürlich nicht so toll, da mussten wir uns alle zusammenreißen und konnten auch nur in der Halle proben. Draußen sind wir eigentlich erst so richtig seit dem Wochenende 15./16. Juni. Dabei ist es aber enorm wichtig, am Originalschauplatz zu proben. Das ist wichtig für das Timing und natürlich auch für die Dimensionen.

Was ist für Sie die größte Herausforderung?

Die größte Herausforderung ist, ein spannendes und lebendiges Spiel auf die Beine zu stellen - eines, das einen Mittelalter-Touch hat, aber auch dem heutigen Spannungsempfinden gerecht wird. Zum einen sollen die Aufführungen den Zuschauern Spaß machen, zum anderen soll es aber auch den Darstellern Spaß machen, das Stück zu präsentieren.

Wie sieht's mit der Motivation der Darsteller aus?

Sie sind alle sehr motiviert, wirklich alle. Gerade das Volk, wo ja die Masse der Darsteller mitwirkt, ist sehr dynamisch. Und jeder hat eine wichtige Rolle, egal ob im Volk oder als sprechende Figur. Es gibt keine unwichtigen Rollen. Ich will es mal mit einem Chor vergleichen: Da können alle noch so gut singen, wenn auch nur ein einziger in der Nase popelt, dann gibt das ein sehr schlechtes Gesamtbild ab.
Welche Elemente sind neu bei den Schweppermannspielen?

Wir haben diesmal Musik, die vom Band kommt, und drei Tänze integriert: einen des Volks, einen höfischen und einen der Dämonen. Für letzteren werden vier gotische Wasserspeier-Fratzen die Dämonen verkörpern. Die Wasserspeier-Fratzen sind übrigens auch an der Klosterkirche zu finden - damit haben sie auch einen absoluten Bezug zum Schweppermannspiel, das ja in der Gotik spielt. Außerdem haben wir auch viele neue Mitspieler. Neu besetzt wurden die Rollen des Schweppermanns, des Trautwein Aystett und der Schweppermann-Tochter Anna. Auch das gibt dem Stück gleich einen anderen Touch. Und einzelne Szenen haben wir ein bisschen umgeschrieben, aber die Geschichte bleibt natürlich, die ist nicht wegzurütteln.

Was ist Ihre Lieblingsszene?

Sehr gut gefällt mir auf jeden Fall die Schwertkampfszene mit den Schweppermann-Söhnen und Trautwein Aystett. Die fand ich vor fünf Jahren schon spannend. Aber auch die Pilger-Szene ist schön, weil sie die ganze politische Dimension der damaligen Zeit aufzeigt. Und natürlich ist da noch die Liebesgeschichte zwischen Anna und Trautwein. Das ist schon was fürs Herz. Gerade da sieht man, dass das ganz Private unter den politischen Umständen zum Leiden oder zum Freuen kommt.

Welche ist Ihre Lieblingsfigur?

Da habe ich eigentlich gar keine, weil ja das Zusammenspiel aller Hauptfiguren eine Einheitsfigur ergibt und somit das Charakterbild entsteht.

Wenn Sie mitspielen würden, welche Rolle hätten Sie am liebsten?

Dann würde ich gerne einen Mönch spielen, ganz bedeutend und so richtig hintergründig - so à la "Der Name der Rose".
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