Milchbauern sauer

Das neugewählte Kreisteam mit (von links) Norbert Meißner, dem ausgeschiedenen Johannes Meierhöfer, Matthias Bayer, Christina Kunz, Alois Riedl, Matthias Zahn, Josef Mark, Wolfgang Haberkorn und Landesvorsitzenden Manfred Gilch. Bild: jr

Hier steigende Produktionszahlen, dort ein Preisverfall wie seit langem nicht mehr: Den Landwirten geht es derzeit dick rein. Da steigen vor allem die Milchviehhalter auf die Barrikaden.

"Der BDM ist unser einziger Interessenvertreter", sagte Kreisteamleiter Matthias Zahn in der Jahresversammlung in der "Petersklause". Rund 170 Mitglieder zählt der Verband derzeit im Landkreis. Und er kritisiert den Bauernverband. "Hier wird Verbandspolitik auf Kosten der Milchbauern betrieben.".

Zahn erinnerte in seinem Jahresrückblick an zahlreiche Aktionen. Sorgen bereiten den Milchbauern vor allem der Preisverfall bei Molkepulver und der Rückgang des Butter- und Käsepreises. Kostete in der Hochphase das Kilogramm Milch 40 Cent, so sind es aktuell gerade mal 25 Cent. Zahn zeigte sich überzeugt, dass der Milchpreis auch heuer unter Druck bleiben wird. Der Sprecher ging auch kurz auf den Ausstieg aus der Milchquote ein und forderte eine Bündelung der Kräfte.

Landesvorsitzender Manfred Gilch rückte einige Aussagen in Fachzeitschriften oder landwirtschaftlichen Versammlungen gerade. "Es gibt keinen bayerischen oder deutschen Milchmarkt, der Milchmarkt ist europäisch." Wenn also von Export die Rede sei, dann sinnvollerweise in außereuropäische Länder. Die Behauptung, wegen der steigenden Weltbevölkerung könne man gar nicht genug Milch produzieren, ließ dere Sprecher nicht gelten. "Der steigenden Weltbevölkerung steht auch eine steigende weltweite Milchproduktion gegenüber." Deshalb übersteige die Milchproduktion den Verbrauch und die fielen Preise.

Europa sei mit Abstand der größte Milcherzeuger in der Welt. 2014 seien fünf Prozent mehr Milch produziert worden. "Und diese sieben Millionen Tonnen drücken den Preis." Im Moment bremsten die Milcherzeuger die Produktion wegen der drohenden Superabgabe, doch entscheidend sei, was sie nach dem Wegfall der Milchquote zum 31. März tun. Gilch forderte mehr Kostenwahrheit. "Milch kann man nicht für 25 oder 30 Cent je Kilogramm produzieren."

Der Bund Deutscher Milchviehhalter war für den Sprecher der einzige Verband, der Strategien entwickelt, wie die Bauern Einfluss auf den Milchmarkt nehmen könnten. Mit einem entsprechenden Management könnte man in Krisenzeiten Anreize für die Bauern schaffen, weniger zu produzieren. "Wer trotzdem mehr Milch erzeugt, wird zur Verantwortung gezogen."

Gilch kritisierte auch diejenigen, die den Freihandel aus wohlstandsfördernd bezeichnen. "Freihandel heißt immer Profit für einzelne und Verlust für viele. Der Markt braucht Regeln. Deshalb werden wir auch nicht aufgeben."

Versicherungsmakler Siegfried Tretter referierte anschließend zum Thema: "Betriebliche Versicherungen - Auf was sie achten müssen und was gerne übersehen wird." Gerald Schmid stellte in einem Grußwort die "Global-Marshall-Plan-Initiative" Mitterteich vor. Aktuell befasst sich die Initiative mit den Auswirkungen des Freihandelsabkommen.

Bei den Neuwahlen wurde Matthias Zahn als Kreisteamleiter bestätigt. Außerdem gehören Christina Kunz, Josef Schraml-Hösl, Josef Mark, Norbert Meißner, Matthias Bayer, Alois Riedl und Wolfgang Haberkorn dazu. Ausgeschieden ist Johannes Meierhöfer, der neun Jahre mit im Team arbeitete. Landesdelegierte wurden Matthias Zahn, Matthias Bayer und Christina Kunz.
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