Millionen fürs Rathaus

Das Innere des Kemnather Rathauses - hier das Erdgeschoss - könnte nicht nur eine "Aufhübschung" vertragen. Auch das Raumkonzept für die einzelnen Abteilungen soll angegangen werden. Geschätzte Sanierungskosten zwischen 3,5 und 4 Millionen Euro bereiten den Stadträten allerdings auch Sorgen. Bild: stg

Das Thema ist nicht wirklich neu, schon seit Jahren denkt der Stadtrat über eine Sanierung des Rathauses nach. Jetzt soll es endlich ernst werden. Doch Kostenschätzungen zwischen 3,5 und vier Millionen bereiten den Gremiumsmitgliedern Sorgen.

Kemnath. (stg) "Bisher sind wir immer an der Kostenbarriere gescheitert", führte Bürgermeister Werner Nickl schon zu Beginn der Diskussion aus. Die letzte Schätzung liege bei vier Millionen Euro für die Sanierung. Ohne eine Förderung sei eine solche Maßnahme nicht zu schultern. Jüngste Gespräche bei der Regierung hätten ergeben, dass die Kommune auf Städtebaufördermittel hoffen könnte.

Aufwertung für Altstadt

Das Rathaus sei, so der Bürgermeister, ein Einzeldenkmal, und mit dessen Sanierung gehe auch eine Aufwertung der Altstadt einher. Aktuell laufe eine offizielle Anfrage, was genau gefördert werde und wie hoch der Prozentsatz sei. Nickl erläuterte, dass Fördermittel allerdings nur möglich seien, wenn der oder die Architekten nach einem sogenannten VOF-Verfahren gesucht würden. Nickl wertete dieses Verfahren als "sehr aufwendig und umständlich", genauere Regularien erläuterte der Bürgermeister in der nichtöffentlichen Sitzung. "Dies bedeutet auch, dass wir unter Umständen nicht den Architekten unseres Vertrauens bekommen", fasste Nickl zusammen.

Er informierte weiter darüber, dass auch bei der Substanz des Gebäudes Handlungsbedarf bestehe - vom Boden und den Decken über die Elektrik und die Sparren bis hin zur Ausstattung. Angedacht ist die Sanierung von Erdgeschoss und erstem Stock, die Räume im Dachgeschoss werden laut Nickl nicht gebraucht. Hier soll eventuell nur der Dachstuhl angegangen werden. Die aktuellen Kostenschätzungen liegen bei 3,4 Millionen Euro, eventuell könne man auf eine Fördersumme in Höhe von 1,1 Millionen Euro hoffen. Es solle aber kein Luxus-Bau entstehen, sondern eine "maßvolle Bestandssanierung" mit der Schaffung vernünftiger Arbeitsplätze.

Auf drei Haushaltsjahre

Vorstellbar sei, die Sanierung auf drei Haushaltsjahre zu strecken. Nicht vergessen dürfe man aber, dass in der Zeit der Sanierung wohl nur eine komplette Auslagerung des Rathauses sinnvoll sei.

Im Gremium herrschte bei allen Fraktionen die Einsicht, dass man an einer Sanierung nicht mehr vorbeikomme. Die Sprecher - Josef Krauß für die CSU/CLU, Christian Baumann für FW/FWG, Heidrun Schelzke-Deubzer für die Grünen und Jutta Deiml für die SPD - machten deutlich, dass bei den Kosten sicherlich noch Möglichkeiten zur Reduzierung gesucht werden müssten. Nicht gespart werden soll allerdings bei der Barrierefreiheit: Ein Aufzug soll den Zugang von außen aus ohne zusätzliche Rampe ermöglichen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Juni 2015 (7772)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.