Millionen wandern in den Fluss

Bei der Versammlung in Theuern sprach Bürgermeister Roland Strehl (links). Bild: hfz

Die Vils verschlingt Millionen Euro. In Theuern stehen in den nächsten Jahren zwei Großprojekte an: beim Hochwasserschutz und Brückenneubau. Details dazu gab es in der Bürgerversammlung.

Im Saal der Schlosswirtschaft begrüßte Bürgermeister Roland Strehl die Theuerner zur gut besuchten Bürgerversammlung. Sein besonderer Gruß galt den Vertretern des Wasserwirtschaftsamtes (WWA) Weiden und der Firma UTA-Ingenieure aus Amberg.

Aktuell 52 Flüchtlinge

Neben den stellvertretenden Bürgermeistern Birgit Singer-Grimm und Hubert Blödt waren etliche Gemeinderäte von CSU und SPD anwesend. Die Verwaltung vertrat Hauptamtsleiter Wolfgang Roggenhofer. Zu Beginn gab Strehl einen Einblick in die Geschehnisse des vergangenen Jahres und machte zunächst Angaben zur Einwohnerzahl (9819), zu Geburten (70) und Sterbefällen (86). Er zeigte die Lage und Anzahl von Baugebieten in den Ortsteilen auf und teilte mit, dass aktuell 52 Asylbewerber untergebracht sind.

In die 2014/15 fertiggestellten Bauprojekte wurden laut Strehl über sieben Millionen Euro investiert. So floss ein Großteil der Summe in die Sanierung des Hallenbades (4,1 Millionen Euro), in die Kinderkrippen mit Kita Theuern zusammen 1,2 Millionen Euro, in die Kanalsanierung und Tiefbauarbeiten 1,1 Millionen Euro und in die Fahrzeugbeschaffung für Feuerwehr und Bauhof rund 430 000 Euro.

Für geplante Vorhaben, darunter Brückenneubauten, Sanierung von Schule und Bauhof, Grundstückserwerb und Erschließungen, Umgehungsstraße, neue Mitte Kümmersbruck, wurden 24 Millionen Euro veranschlagt, teilte der Bürgermeister mit. Hier handle es sich um eine sehr grob geschätzte Summe und um Projekte, die derzeit nur angedacht sind.

Vorstellung des Projekts

Mit großem Interesse warteten die Zuhörer auf die Ausführungen der Vertreter des WWA zu den Planungen zum Thema Hochwasserschutz, insbesondere bei Auftreten eines Hundertjährigen Hochwassers. Der stellvertretende Behördenleiter Dr. Hans Weiß war mit seinen Mitarbeitern Andreas Ettl, Johannes Pausch und Peter Fröhlich gekommen, um das Projekt vorzustellen. Demnach werde der Bereich um den Ortskern von Theuern als besonders schützenswert erachtet.

Insgesamt 2,8 Millionen Euro

Als Maßnahmen wurden aufgeführt und auf einer Karte gezeigt: Anlegen von Deichen (etwa 400 Meter), Schutzmauer (etwa 60 Meter), angepasste Hofeinfahrten (circa 100 Meter), Pumpwerk zur Binnenentwässerung, Aufweitung des Ufers (rund 200 Meter) sowie Landschaftsarbeiten. Die Gesamtkosten wurden mit etwa 2,8 Millionen Euro beziffert, die Gemeinde habe davon eine Million Euro zu schultern. Beginn der Objektplanung soll Anfang 2016 sein, Abschluss und Genehmigungsplanung bis Mitte 2016 samt Eröffnung Planfeststellungsverfahren. Bei zügigem Ablauf sei ab Mitte 2017 mit dem Beginn des etwa zwei Jahre dauernden Baus zu rechnen. Im Zusammenhang mit dem Hochwasserschutz sei auch der geplante Brückenneubau zu sehen. Das jetzige Bauwerk habe sich wegen seiner niedrigen Höhe bei entsprechendem Hochwasser als Strömungshindernis erwiesen. Die Traglast sei mit lediglich 18 Tonnen bei weitem nicht mehr zeitgemäß.

Rainer Rubenbauer und Stefan Pöhlmann (beide UTA) erläuterten die bisherigen Planungen. Die neue Brücke werde deutlich höher gebaut, um einen besseren Durchfluss der Vils zu ermöglichen, sie verfüge über zwei Stützen im Flussbett und bekomme eine breitere Fahrbahn. Da die neue Brücke neben der bestehenden entstehen wird, gebe es keine Beeinträchtigung während der Bauphase. Die Kosten schätzten die Experten auf rund drei Millionen Euro. Der kommunale Eigenanteil liege bei 1,3 Millionen Euro. Voraussichtlicher Baubeginn soll Mitte 2016 sein, Fertigstellung bis Ende 2017.

In den Gemeinderat

Zu beiden Planungen stellten die Zuhörer zahlreiche Fragen, äußerten aber auch gar manche Bedenken. Gegen Ende der Versammlung wurden noch zahlreiche Wünsche und Anträge an Bürgermeister Strehl gestellt. Unter anderem sollten nach dem Vorbild im Kümmersbrucker Friedhof auch in Theuern Schubkarren bereitgestellt werden. Der Bau einer Toilettenanlage beim Friedhof wurde gefordert. Strehl versprach, diese Anliegen im Gemeinderat zur Diskussion zu stellen.
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