Ministrantin Sophia Arnold im Mittelpunkt eines feierlichen Gottesdienstes
Jeder Einzelne ist wichtig

Es war lediglich ein Kind, das Kaplan Thomas Thiermann am Sonntag in Gmünd in die Gruppe der Ministranten aufnehmen konnte. Nichtsdestotrotz wurde der Gottesdienst so würdig gestaltet, als wären es zehn gewesen. Was wiederum heißen will: Jeder Einzelne ist wichtig, über jedes Einzelne, das sich für den Altardienst bereit erklärt, herrscht Freude. Sophia Arnold jedenfalls hatte die ungeteilte Aufmerksamkeit der Gläubigen, alle Augen waren auf sie gerichtet.

Die Ministrantinnen Milena Wegmann, Nicole Fussi und Lea Hofmann erklärten dem Neuling zunächst einige wichtige Symbole der Eucharistie wie Kreuz, Kerzen, Weihrauch, schließlich Brot und Wein.

Symbolik des Weihrauchs

Das Kreuz, so Milena, erinnere an Jesu Leiden und Sterben, es sei gleichzeitig Zeichen der Auferstehung. "Ich bin das Licht der Welt", hat Jesus gesagt. Brennende Kerzen sollen darauf hinweisen. Wie sich die Kerze verzehre und anderen dadurch diene, so habe sich Christus für die Menschen hingegeben, betonte Nicole. Lea wies auf die festliche Symbolik des Weihrauchs hin, um dann Brot und Wein zu interpretieren. "Nehmt und esst, nehmt und trinket", das sei die Einladung Christi für alle, die an ihn glauben.

Zelebrant Thiermann beschrieb daraufhin, was es bedeute, Ministrant zu sein. Es sei keine Mitgliedschaft in einem Verein und man brauche keinen Jahresbeitrag zu entrichten. Er berief sich auf Jesu Doppel-Gebot an uns Menschen: "Liebe Gott aus ganzem Herzen, mit ganzer Kraft und aus ganzer Seele" und "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst".

Dieses Doppel-Gebot würden die Ministranten in doppelter Form durch ihren Altardienst erfüllen. Etwas ganz Wichtiges legte der Priester und damit allen Messdienern ans Herz: "Für Ministranten gibt es keine Altersbeschränkung."

Dann bat er Sophia vor den Altar, fragte sie nach ihrer Bereitschaft, legte ihr die gesegnete Plakette an, um sie "mit sofortiger Wirkung" für den Altardienst einzusetzen. Die Gläubigen drückten ihre Freude darüber durch herzlichen Applaus aus.

In Liturgie eingebunden

Sophia war textlich auch immer wieder eingebunden in die einzelnen Elemente der Liturgie. Die Meditation, vorgetragen von Milena Wegmann, gehörte ihr ganz alleine: "Ich wünsche dir Gottes Segen, damit du spüren und sehen kannst, dass dein Leben in guten Händen ist. Ich wünsche dir zu erkennen: Du bist ins Leben gerufen, weil der, der dich rief, dich an deiner Seite haben will. Dein Bestes nur im Sinn, hat Gott einen Plan für dein Leben, auch, wenn du ihn nicht immer erkennen kannst. Ich wünsche dir, dass du erfahren darfst: Gott denkt gute Gedanken über dich, will dich führen und leiten, dir Orientierung geben, dich stärken und begleiten, wohin du auch gehst."

". . . da fängt der Friede an"

Die anspruchsvollen Lieder hatten Doris Schmid und Johanna Rubenbauer instrumental begleitet. Beim tiefgehenden Friedenslied etwa musste man unwillkürlich an die in vielen Teilen der Welt aktuell verworrene Lage denken: "Wenn einer zu reden beginnt, wo Fronten verhärtet sind, wenn einer zu schweigen beginnt, wo zu viele Worte sind, wenn einer zu denken beginnt, wo offene Fragen sind, wenn einer zu handeln beginnt, wo viele Probleme sind, wenn einer zu beten beginnt, wo Menschen am Ende sind: Da fängt der Friede an!"

Gratulation für die Neue

Eine nette und verbindende Geste am Schluss des Gottesdienstes: Der Kaplan ging mit Sophia an den Ausgang, damit die Gläubigen der neuen Ministrantin persönlich zu ihrer getroffenen Entscheidung gratulieren konnten. Sophia war sichtlich stolz darüber.

Gerade dieses einfache Tun dürfte ihr "Wir-Gefühl" stärken, im Sinn von: Ich bin ein von Herzen angenommener Teil dieser Gemeinschaft.
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