Mischung bringt die Vorteile

Der Land- und Energiewirt Leo Rösel auf einem seiner abwechslungsreich bepflanzten Felder. Bild: rtw

Statt Monokulturen sorgen Energiepflanzen für blühende Landschaften. Mit neuen Ideen mehr Abwechslung in die Feldflur bringen - eine Zielvorgabe, die gut ankommen könnte. Aber beim Projekt des Land- und Energiewirts Leo Rösel geht es nicht nur um optische Verschönerung.

Wer in den letzten Wochen rund um Neukirchen unterwegs war, hat es sicher bemerkt: In den sonst mit sortenreinem Getreide bepflanzten Feldern blühen seit Wochen verschiedene Pflanzen nebeneinander.

Alternative zum Mais

Land- und Energiewirt Leonhard Rösel experimentiert schon jahrelang mit verschiedenen Energiepflanzen als Alternativen zum Maisanbau. Neben neuen Pflanzenarten wie dem ungarischen Riesenweizengras griff er heuer auf altbewährte Kulturen zurück. Auf rund fünf Hektar baute er den fast vergessenen Buchweizen an, und auf etwa zehn Hektar gedieh eine Mischung aus Getreidearten wie Hafer, Sommergerste und Triticale sowie Wicken und Erbsen. Dazwischen wuchsen Sonnenblumen, die den Betrachter erfreuen.

Buchweizen wurde als Energiepflanze wiederentdeckt, da er eine sehr kurze Vegetationsperiode hat und schnell viel Masse bildet. Dies hat weitere ökologische Vorteile. Die gute Bedeckung schützt vor Bodenabtrag durch Wasser und Wind. Zugleich verbessern die Wurzeln die Bodenstruktur. Auch benötigt der Buchweizen nur wenig Dünger und keine Pflanzenschutzmittel.

Sehr gute Bienenweide

Den größten Nutzen hat der Buchweizen allerdings als Bienenweide, da er sehr viele Blüten bildet und lange blüht. Und das in einer Zeit, zu der die Landschaft den Insekten nur wenig Futter bieten kann. Zudem bietet er einen erstaunlich hohen Nektarertrag von bis zu 500 Kilogramm je Hektar Im Vergleich erreicht ein Hektar Raps nur zwischen 40 bis 200 Kilogramm. Ein Imker hat dieses Potenzial erkannt und an einer der Flächen seine Bienenvölker aufgestellt. Nach der Blüte im Herbst kann der Buchweizen als Substrat für die Biogaserzeugung genutzt werden. Allerdings liegt der Ertrag im Vergleich zu Mais bei nur knapp der Hälfte.

Der gemischte Anbau von Getreide, Erbsen und Wicken bietet den Vorteil, dass die unterschiedlichen Ansprüche der beiden Kulturen die vorhandenen Wachstumsfaktoren besser ausnutzen und sich gegenseitig positiv beeinflussen. Der Anbau von Leguminosen hat den Vorteil, dass die an den Wurzeln angesiedelten Knöllchenbakterien Stickstoff aus der Luft binden können und diesen der Pflanze dann zum Wachstum zur Verfügung stellen. Die Blüten der Erbsen und Wicken sind bei den Insekten sehr beliebt.

Ohne Chemie

Beim Anbau dieses Gemenges kann auf chemischen Pflanzenschutz ebenfalls verzichtet werden, da das schnelle Wachstum Unkraut unterdrückt. Aber auch hier sind die Erträge nur halb so groß wie beim Mais, dem Biogassubstrat Nummer eins. Die Sonnenblumen dienen hauptsächlich zur Auflockerung des Landschaftsbildes, zur Biogasnutzung im größeren Umfang sind sie weniger geeignet, da sie sich schwer konservieren und vergären lassen.

Damit noch mehr Landwirte auf diese Möglichkeiten des schonenden Energiepflanzenanbaus aufmerksam gemacht werden können, arbeitet Leo Rösel noch als Energieberater für das bayernweite Beraternetzwerk LandSchafftEnergie sowie ehrenamtlich als kommunaler Energiebeauftragter der Gemeinde Neukirchen.
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