Mit 65 noch aktiv am Ball

Willi Senft lässt den Ball nicht los. Kürzlich wurde er für 700 Einsätze in der AH-Mannschaft des SV Parkstein geehrt. Für sie schoss er auch 461 Tore. Nicht nur für seine beiden Enkel Franz und Anna ist der Opa ein sportliches Vorbild. Bild: prh

Willi Senft ist vom Fußball besessen. Er kickt seit über 50 Jahren aktiv, schoss in 700 Spielen 461 Tore für die Alten Herren des SV Parkstein und läuft auch mit 65 Jahren noch dem Ball nach. Ein Leben für den Sport.

Parkstein. (prh) Er bezeichnet sich selbst als Fußballbesessenen, in dessen Leben der Ball immer eine wichtige Rolle spielte. Willi Senft kickt seit nunmehr über 50 Jahren und wurde kürzlich für Rekord verdächtige 700 Spiele für die Alten Herren des SV Parkstein ausgezeichnet. Selbst mit 65 will er zwar etwas kürzer treten, doch die Fußballtreter noch lange nicht an den Nagel hängen.

Viele Jahre in Erbendorf

Die große Leidenschaft des in Altenparkstein geborenen Stürmers galt schon immer dem Fußball. "Ich wuchs auf dem elterlichen Bauernhof auf. Meine Mutter hatte nichts für Sport übrig. Sie erlaubte es mir lange nicht, zu spielen", erinnert er sich. Mit 16 setzte er sich aber durch und trainierte beim SV Wildenau mit. Mit 18 Jahren stürmte er für diesen Verein. Da er Talent hatte, wechselte er nach zwei Jahren zum damaligen A-Klassisten TSV Erbendorf. Gut in Erinnerung sind ihm da noch die Freundschaftsspiele gegen Fortuna Köln und die SpVgg Bayreuth. "Ich hängte den Kölnern einen Elfer rein", freut er sich noch heute.

Für eine Saison wechselte er dann nach Pressath und kickte beim Entscheidungsspiel um den Abstieg aus der Landesliga mit. Danach zog es ihn wieder nach Erbendorf. 1975 heiratete er Ehefrau Ingrid, eine Parksteinerin und zog mit ihr in den Ort am Basaltkegel. "Ein Onkel von mir machte meinem Mann damals klar, dass er nur einheiraten dürfe, wenn er auch für den SV Parkstein spielen würde", scherzt seine Frau. Ihr Mann gehorchte und wechselte im gleichen Jahr nach Parkstein.

Fußballerfamilie

Zehn Jahre spielte er in der "Ersten", half in der Reserve aus und kickte gleichzeitig bei den Alten Herren. "Teilweise war er dreimal in der Woche außer dem Training unterwegs", erzählt Tochter Tanja, die genauso wie ihr Bruder Christian die Gene des Vaters geerbt haben und leidenschaftliche Fußballer sind. Die Familie unterstützte die Leidenschaft von Willi Senft. "Als Kinder kannten wir bereits die meisten Fußballplätze im Landkreis." Ihr Vater ließ sich auch nicht durch Familienfeiern aufhalten, brach häufig vorzeitig auf, wenn der Fußball rief.

Für die Alten Herren wurde er kürzlich für 700 Spiele geehrt. Von 1985 an bis heute schoss der immer noch quirlige Vollblutstürmer insgesamt 461 Tore für seine Parksteiner. Daneben engagiert er sich als Platzwart und Mädchen für alles. Drei Fußballfelder hat er in Parkstein und in Schwand zu pflegen. Wenn Willi Senft gebraucht wird, ist er da. Ein Vorbild für viele jüngere Fußballer.

Leidenschaftlicher HSV-Fan

Neben dem SV Parkstein hält der 65-jährige Rentner, der bis auf zwei Beinbrüche in jungen Jahren von größeren Verletzungen verschont blieb und fit ist wie ein Turnschuh, aber seinem HSV die Treue. "Wir waren schon zu Uwe Seelers und Charly Dörfels Zeiten Fans", erzählt er. Heuer denkt er, werde es schwer für die Hamburger. Er hoffe aber, dass sie die Klasse erhalten können.

Bereits am Abend schnürte er die Treter wieder für ein AH-Spiel gegen Friedenfels. Ans Aufhören denkt Willi Senft noch lange nicht. "So lange es die Gesundheit erlaubt, werde ich zwar weniger aber doch noch weiter spielen." Wenn er dann noch neben seiner Leidenschaft und der Familie Zeit hat, kümmert er sich um seine vier Fischteiche. Dort findet er dann Ruhe und Ausgleich.
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