Mit 88 Jahren ist Schluss

Vinzenz Dachauer (links) ist 88 Jahre alt und war bisher immer noch voller Tatendrang. Jetzt übergab er sein Amt als Vorsitzender des Stadtverbandes an seinen bisherigen Vize Dieter Kies (Mitte). Michael König (rechts) wurde neuer stellvertretender Vorsitzender der Dachorganisation der Eschenbacher Vereine. Bild: rn

Generationswechsel im Stadtverband: Dieter Kies übernimmt die Führung und löst damit den langjährigen Vorsitzenden Vinzenz Dachauer ab.

Nach den Neuwahlen erklärte der 88-jährige Vinzenz Dachauer an seinen Nachfolger und die Versammlung gewandt: "Liebe Freunde, das war's. Ich verlasse diesen Sitz, übergebe Dir das Amt und hoffe auf viel Erfolg."

In der Freizeitanlage Rußweiher stellte sich Ehrenbürger Vinzenz Dachauer nach nahezu 25 Jahren im Amt nicht mehr für weitere vier Jahre zur Verfügung und erklärte: "Es wird Zeit zu gehen. Der Stadtverband braucht neue Ideen und frische Kraft für den Einsatz." Mit leichtem Schmunzeln nahm die Versammlung eine Art Reuebekenntnis zur Kenntnis: "Ich bitte einen Verein um Verzeihung, den ich für ein Bürgerfest zu einem Ochsenbraten animiert habe, was finanziell in die Hose ging." Spontan tönte es aus der Runde: "Angenommen!"

Bürgermeister Peter Lehr und sein Stellvertreter Klaus Lehl wickelten die gut vorbereiteten Neuwahlen zügig ab. Das Amt des Vorsitzenden übernahm der bisherige Vize Dieter Kies. Dessen Stellvertreter wurde Michael König, der Vorsitzende der Faschingsgesellschaft. Bei den weiteren Ämtern gab es keine Veränderungen. Auf ihren Posten bleiben Kassiererin Rosi Wohlrab, Schriftführer Reinhard Sperber und die Revisoren Franz Dilling und Josef Rupprecht.

Als Klaus Lehl darauf hinwies, dass Bürgermeister Peter Lehr als "geborenes Mitglied" ebenfalls zur Vorstandschaft gehört, regte sich Widerspruch. Harald Wohlrab, Präsident der Faschingsgesellschaft, machte darauf aufmerksam, dass Lehr seit dem Rathaussturm gemäß dem Regierungsprogramm des Prinzenpaares bis zum Aschermittwoch abgesetzt ist.

Darin heißt es in Paragraf 1: "Das Prinzenpaar setzt die örtliche Verwaltung inklusive Bürgermeister außer Kraft. Die wenigen Aufgaben des Stadtrates übernimmt der Elferrat. Den angenehmen Beschäftigungen des Bürgermeisters kommt das Prinzenpaar nach, den kleinen Rest erledigen Vorstand König und Präsident Harald Wohlrab der Eschenbacher Faschingsgesellschaft." Lehr nahm diese Spitze humorvoll auf. Er wünschte sich nur, dass die Narren bis dahin "noch etwas Geld in der Stadtkasse lassen".

Im Namen des Stadtrats und der Vereine dankte der Bürgermeister Vinzenz Dachauer für sein verdienstvolles Wirken. Die Stadt könne nur den Rahmen für das öffentliche Geschehen anbieten. Mit Leben müssen es die Vereine erfüllen, die damit den Zusammenhalt der Bevölkerung mitprägen.

Zum Stellenwert der ehrenamtlichen Tätigkeit im Vereinsleben verwies er auf eine Veröffentlichung, in der finanzielle Wert dieser Arbeit in Deutschland mit jährlich 23 Milliarden Euro beziffert wird. Die Kommunen könnten eine solche Arbeit nie leisten. (Weiterer Bericht folgt)
Weitere Beiträge zu den Themen: Eschenbach (13379)November 2014 (8194)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.