Mit Armschmalz nach oben

Armschmalz war gefragt, als mit den Goißn in knapp eineinhalb Stunden der Baum in die Senkrechte gewuchtet wurde. Bild: sön

Warm war es, die Sonne schien - "halt so a richtig schöner Sommertag" - als zum achten Mal nach 50-jähriger Pause das Symbol der weltlichen Kirchweih, der Baum, am Samstag mit dem Traktor herangeschleppt wurde.

(sön) Nicht auf die Wiese beim Dorfweiher, wie gewohnt, sondern auf die Straße hinter dem vor dem Gasthaus Zur Dorfschmiede aufgebauten Festzelt wurde der Stamm befördert. Johann Bachfischer hatte die 22 Meter hohe Fichte spendiert, Stefan Rothut, Tobias Rester und Markus Pangerl hatten diese teilweise geschält, geringelt und "Thanheim 2015" eingeschnitzt.

Die Moidln hatten drei Kränze gebunden, den untersten zierten Herzen mit den Namen der acht Kirwapaare und eines mit dem Dank an Waldi, ihren Tanzlehrer Florian Walter. Vor dem Aufstellen dekorierten sie noch den Wipfel mit blau-weißen Bändern. Danach ging es zur Sache: Armschmalz war gefragt. 28 kräftige Mannsbilder wuchteten mit Goißn in knapp eineinhalb Stunden den Baum in die Senkrechte. Jürgen Hofmeister gab lautstark die Kommandos: "Pack' mas a", "Hau ruck" und "Nu an Schub." Man konnte von ihm aber auch hören "Kummt's, Bummerl, schiab a" oder auch "Wenn's fierte seid's mit'm Ratschn, na kinna ma weiter macha". Ein Lochmeister kontrollierte, "dass da Bam a richte eine rutscht". Die Zuschauer beobachteten und kommentierten die schweißtreibende Arbeit, ließen sich, während die Männer an den Goißn "auf Wasser gesetzt waren", auch eine frische Halbe schmecken.

Dann wurde der Baum noch verkeilt und endlich gab es die ersten Seideln Kirwabier für die verschwitzten Mannsbilder, von denen einige behaupteten: "Bis des owe kummt, is' scho vadundst."

Dann wurde das Podium fertig, auf dem die Thanheimer Paare am Sonntagnachmittag tanzten und ihr Oberkirwapaar kürten. Der Sonntag aber begann mit dem Gottesdienst zu Ehren des Namenspatrons in der Bartholomäus-Kirche. Danach war Frühschoppen im Zelt. Bayerische Schmankerln wurden in der Dorfschmiede und im Zelt serviert.
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