Mit Ausdauer und Fleiß ans Ziel

Mächtig stolz war Alfred Schuller, Obermeister der Bäckerinnung Amberg (links), dass seine Mitarbeiterin Christina Schönberger Prüfungsbeste wurde. Der jungen Dame gratulierte auch Kreishandwerksmeister Hans Weber (rechts). Bild: gf

Dass es immer weniger Auszubildende im Bäckerhandwerk gibt, bedauert Innungsobermeister Alfred Schuller. Bei der Lehrabschluss-Feier freute er sich aber besonders.

Nun sei die Lehrzeit vorbei, aber qualifizierte Mitarbeiter würden im Bäckerhandwerk immer gesucht, sagte Schuller. Man müsse ja nicht gleich zur Industrie abwandern, wo man eventuell mehr verdienen könne. Wer weitermache, könne es zum Meister bringen oder gar studieren. Das Bäckerhandwerk dürfe nicht aussterben, denn "wir brauchen täglich frische Backwaren".

Kreishandwerksmeister Hans Weber sagte, vor 40 Jahren haben er und 21 Kollegen ihre Freisprechung in einem Regensburger Biergarten gefeiert. Dabei habe er auch einige Reden über sich ergehen lassen müssen, über Zukunft, Aufstiegsmöglichkeiten und einen schönen Beruf, was ihn und seine Kollegen damals überhaupt nicht interessiert habe. Vielmehr sei er zufrieden gewesen, nicht mehr "Stift", sondern "Gehilfe" zu sein. Hans Weber nannte eine der vielen Erfahrungen, die er in seinem Berufsleben gemacht habe: Nur Ausdauer und Fleiß führen zum gesetzten Ziel.

Laut Ambergs Oberbürgermeister Michael Cerny gilt der Gesellenbrief als Rüstzeug für den künftigen beruflichen Werdegang. Das Bäckerhandwerk sei bekannt für Qualitätsprodukte, die Bäckereifachverkäuferinnen für die richtige Beratung. Der Verbraucher müsse erkennen, dass Qualität ihren Preis habe. Auch der Automat im Supermarkt spucke Semmeln aus, aber ob die mit den Produkten der regionalen Bäckereien mithalten können, da habe er seine Zweifel, sagte Cerny.

Man müsse nicht unbedingt Abitur haben, um im Berufsleben erfolgreich zu sein, so Günther Koller, 2. Bürgermeister von Sulzbach-Rosenberg. Als bekennender "Feind breiartiger Speisen, die im Mittelalter gang und gäbe waren", freute sich Landrat Richard Reisinger, dass junge Leute das Bäckerhandwerk erlernt haben und damit die Vielfalt von Broten und Backwaren gewährleisten. Für ihn wäre es eine bedrückende Vorstellung, gäbe es nur noch ein paar standardisierte Backprodukte der Großindustrie. Bäcker und Metzger seien seit eh und je wichtig für die Versorgung der Bevölkerung, hätten aber nicht das ihnen eigentlich zustehende Ansehen, betonte Oberstudiendirektor Martin Wurdack. Bäcker und Metzger stellten qualitativ hochwertige Produkte her. Für die Absolventen bedankte sich die Prüfungsbeste Christina Schönberger sowohl bei den Lehrherrn als auch bei den Lehrkräften der Berufsschule.

Allen Prüflingen sei bewusst, dass eine Berufsausbildung der Grundstein für den bevorstehenden beruflichen Werdegang sei. Der Sulzbach-Rosenberger Innungsobermeister Wolfgang Fischer unterstrich, dass alle Prüflinge das Ende der Ausbildungszeit herbeigesehnt hätten. Nun gelte es, Verantwortung im Betrieb zu übernehmen - sowohl für dessen wirtschaftliche als auch für die eigene soziale Absicherung.
Weitere Beiträge zu den Themen: Paulsdorf (783)August 2015 (7425)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.