Mit Bonsai zur Umweltschule

Die Studienräte Frank Jesse (links) und Raimund Betz nahmen von Umweltministerin Ulrike Scharf die Auszeichnung "Umweltschule in Europa" für die Hans-Scholl-Realschule entgegen. Bild:hfz

Umweltministerin Ulrike Scharf verlieh in Nürnberg die Auszeichnung "Umweltschule in Europa" an 38 Oberpfälzer Schulen. Als einzige Schule aus dem Schulamtsbezirk Neustadt/Weiden bekam auch die Hans-Scholl-Realschule eine Urkunde.

Weiden/Neustadt. (ehi/fle) "Die Bewerbung ist freiwillig, und die Schulleiter setzten in diesem Schuljahr eben andere Prioritäten", erklärt Schulamtsdirektorin Christine Söllner, die geringe Bewerberzahl aus der Region. Aus den Landkreisen Tirschenreuth und Neumarkt waren es immerhin vier und neun ausgezeichnete Schulen. Söllner sieht darin kein Versäumnis oder Desinteresse der Schulleiter. Die Weidener Schulen seien beispielsweise bei "Weiden ist bunt" sehr engagiert gewesen. "Daher fuhren sie nicht noch ein zweites Projekt mit voller Kraft." Dies könne sich aber wieder ändern.

Verborgene Projekte

Ähnlich sieht das auch Studienrat Frank Jesse, der an der Hans-Scholl-Realschule für den japanischen Garten verantwortlich ist - einem der Projekte der Schule. So bedeute ein fehlendes Siegel "Umweltschule in Europa" nicht, dass eine Schule nichts in diese Richtung mache. "Manchmal passiert das auch im Verborgenen. So gibt es an Schulen vielleicht passende Maßnahmen, aber niemanden, der sich um die Bewerbung kümmert." Es müsse immer einer die Verantwortung übernehmen, fährt er fort. Oft entstehe ein Projekt dadurch, dass der verantwortliche Lehrer bereits ein Faible für diesen Bereich habe. So sei auch der japanische Garten mit seinen Bonsai-Bäumchen entstanden, den es an der Hans-Scholl-Realschule seit fast zehn Jahren gibt.

Er ist eine der zahlreichen Ideen, die Jesse und seine Kollegen in den letzten sieben Jahren für das "Umweltschule"-Siegel eingereicht haben. "Ich bin Zierpflanzengärtner und interessiere mich für die japanische Kultur", erzählt der Studienrat. Er habe das Projekt aus seiner eigenen Begeisterung heraus gestartet und diese sei auch auf die Schüler übergesprungen. Jedes Jahr kümmern sich rund zehn Schüler um den kleinen Innenhof im japanischen Stil. Anfangs sei die Projektgruppe von Mitschülern noch ausgelacht worden. Mittlerweile würden sich die Schüler aber mit dem Garten identifizieren.

Identifikation mit Natur

Aber auch wenn der Garten selbst viel Pflege braucht, steht nicht dessen Qualität im Vordergrund. Es gehe um die Identifikation der Schüler mit der Natur. "Wer lange Zeit versucht, dass an seinem Bonsaibäumchen ein Ast wächst, wird im Gegenzug nicht in den Wald gehen und Bäume zerstören", erklärt Jesse einen der Hintergedanken des Projekts. Es gehe darum, dass die Kinder "die Natur" als "ihre Natur" wahrnehmen. "Mit Dingen, die einem gehören, geht man anders um", erklärt der Lehrer.

Ein weiteres Projekt betreute in diesem Jahr Studienrat Raimund Betz. Unter dem Motto "Brücken bauen" konstruierte er mit seinen Schülern eben solche. Außerdem standen die regenerativen Energien im Vordergrund. Die Schüler konstruierten ein eigenes Stadtviertel aus Karton und beleuchteten es mit Windkraftwerken, die in diesem Fall durch Ventilatoren ersetzt wurden.
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