Mit den Sängern auf Weltreise

Ein Genuss in jeder Hinsicht war das Herbstkonzert "In der Ferne" des Männergesangvereins um Andreas Haider (rechts). Den Erlös erhalten die "Helfer vor Ort". Bild: pi

Der Männergesangverein "Sangeslust" hat sich selbst übertroffen und ein Herbstkonzert par excellence hingelegt. Nur schade, dass das Motto "In der Ferne" zu viele wörtlich genommen haben und diesem kulturellen Abend ferngeblieben sind.

"Heute gehen Sie mit dem Männergesangverein auf große Fahrt", versprach Andreas Haider am Samstag im Saal des Pfarrheims. Der musikalische Leiter hatte mit dem Ensemble für das Konzert mehrere Wochen intensiv geübt. Dem Begrüßungslied "Seid willkommen" von Hans Lang folgte zum offiziellen Einstieg der klassische Männerchorsatz "Lied klinge auf". Ein Auszug aus dem Gedicht "In der Ferne" von Albert Graf von Schlippenbach war die perfekte Überleitung zum Konzertmotto, als Johannes Haider die Karibik als "Start unserer Urlaubsreise" ankündigte.

"Schließen Sie die Augen, und stellen Sie sich einen karibischen Strand vor. Hören sie das leise Rauschen des Meeres, die sanfte Brise des Windes, und lauschen sie den Klängen einer Gitarre, auf der ein verträumter Junge vor sich hin zupft." Der Chor stimmte den bekannten Evergreen "Gitarren klingen leise durch die Nacht" von Erich Moderer und Horst Reipsch an. "Die Aussicht ist herrlich und fröhlich, die Blumen blühen in den wohlunterhaltenen Gärten, die Traubengeländer sind reichlich behangen, und unter meinem Fenster seh' ich einen wohlgediehenen Weinberg." Ganz im Sinne Goethes trugen die Sänger ein rheinisches Weinlied vor, machten aber mit dem von Christian Siegler stammenden Trinklied auch deutlich: "Nachbar, Bruder, mein Glas ist leer."

Gefangenenchor

Die Volksweise "Hohe Tannen" war dann ebenso beeindruckend wie der "Chor der Gefangenen" aus der von Guiseppe Verdi komponierten Oper "Nabucco". Laut Johannes Haider hatte schon im 19. Jahrhundert der russische Autor Fjodor Dostojewksj festgestellt: Ohne Heimat sein, heißt leiden. Das Lied "Heimat" verdeutlichte die Aussage mit rauschenden Quellen, blühenden Wiesen oder reifenden Feldern.

Was in dem Männerchor steckt, zeigte er weiter mit "Ach, ich hab' in meinem Herzen da drinnen" (aus der Oper "Schwarzer Peter") und "Wo es Mädels gibt" (aus der Operette "Die Blume von Hawaii). "Wir nehmen langsam Fahrt auf auf unserem Schiff, das uns wieder aus dem heimischen Hafen hinausträgt, auf die stürmische See", war die Überleitung zu den Stücken "Wo es Mädels gibt, Kameraden", "Seemann" und "Kleine Barke im Wind". Die sagenumworbene "Loreley" passte ebenso ins Programm wie das bekannte "Wolga-Lied" aus der Oper "Der Zarewitsch" von Franz Lehár.

Publikum will Zugabe

Mit "Amacing Grace" sollte eigentlich Schluss sein. Der Ruf nach Zugaben blieb bei den begeisterten Zuhörern nicht aus. Haider dankte am Ende an allen Helfern sowie den Instrumentalisten Theresa Frischholz (Klavier), Lucia Haider (Violine), Thomas Haider (Akkordeon), Dr. Michael Haider (Mandoline und Drums), Johannes Haider (Sackpfeifen) und Joachim Scheibl (Tenor).
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