Mit der Ausstellung "Achat - Faszination in Stein" eröffnet das Kulturschloss Theuern für heuer ...
Funkelnd blühendes Leben einer totgesagten Materie

Aus einer privaten Sammlerleidenschaft wurde eine vielbeachtete Ausstellung. Heiko Bethke (links) bei seinem Eröffnungsvortrag. Bilder: e (2)
Wenn das kein gutes Omen ist: Mit der Sonderausstellung "Achat - Faszination in Stein" eröffnete das Kulturschloss Theuern sein Programm für dieses Jahr, und Museumsleiter Michael Ritz ist ein bemerkenswerter Einstieg gelungen. Zumindest die Publikumsresonanz lässt darauf schließen.

Der Hobbysammler Heiko Bethke stellt bis 6. September eine Vielzahl von farbig-prächtigen Achaten aus, gesammelt in 15 Jahren in ganz Deutschland, in Steinbrüchen, Kiesgruben, auf Baustellen, unter Steinhaufen oder schlicht und einfach in Gebieten vulkanischen Ursprungs, etwa Idar-Oberstein. Diese Region steht seit jeher zumindest in Deutschland als ein Synonym für Achate. Aber auch die Oberpfalz hat sich für Kenner schon einen Namen auf diesem Gebiet gemacht.

Bethke hat eine Gesteinsammlung von A für achatblau bis Z wie Zebra-achat bei allen nur erdenklichen Gelegenheiten zusammengetragen. In einem Einführungsvortrag zur Ausstellungseröffnung erklärte er, um welches Mineral es sich bei einem Achat aus geologischer Sicht handelt, wo diese Steine vor- und herkommen, aber auch, was Sammler schon immer an diesen oft glasähnlich wirkenden Brocken so nachhaltig fasziniert. Bereits im Altertum waren die Menschen diesem Reiz erlegen.

Der Namensgeber

Gemäß der Dokumentenlage nachweislich erstmals gefunden wurde ein Achat in dem sizilianischen Fluss Achates, der damit auch zum Namensgeber erhoben wurde. Achate gibt es in nahezu allen Grundfarben, meist sind sie gestreift. Auch das lässt sich sehr gut in der Ausstellung nachvollziehen. Die kristalline Struktur bildet sich über Tausende Jahre hinweg in Hohlräumen von Magmagestein, Gasblasen, Spalten oder Fossilien. Die Kristalle bestehen hauptsächlich aus Quarz und Siliziumdioxid. Beide Stoffe gelangen in Gesteinshohlräume, setzen sich dort ab und bilden allmählich die achattypischen Formen, Farben und Zeichnungen heraus.

Viele Fälschungen

Eine Betrachtung im Detail offenbart, dass kein Achat dem anderen gleicht. "Man weiß nie was in einem Achat drinsteckt", bekundete Bethke. Besonders auch dieser Einzigartigkeitscharaker mache für viele den besonderen Reiz dieser Steine aus. "In meiner Sammlung und Ausstellung befinden sich nur natürlich gefärbte Achate", beteuerte der Leihgeber wohlwissend, dass viele Achate oft gefärbt werden, um sie als Schmuck-Stein zu verkaufen. "Das ist eigentlich eine Fälschung", hat Bethke dafür allerdings kein Verständnis. Behandelt werden müssten aber schon alle Fundstücke. Denn "nur nach dem Schleifen und Polieren zeigen Achate ihre ganze Pracht". Die nötigen Fertigkeiten hat sich Bethke selbst angeeignet. Viele Sammlungen würden nach Gesichtspunkten des Aussehens, der Herkunftsgebiete oder nach Gesteinstypisierungen zusammengestellt. Das ändere jedoch nichts an der ursprünglichen Faszination der vorzufindenden Formen und Farben, die Achaten oft auch mystische Qualitäten zuschreibe. Wenn man so will, kann der Hobbysammler Heiko Bethke als "steinreich" bezeichnet werden. Zu sehen ist die Pracht bis in den Spätsommer hinein zu den üblichen Öffnungszeiten im Schloss Theuern. Gezeigt werden auch sogenannte gebänderte Chalzedone, Amethystanschliffe und Jaspisse.
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