Mit Erfolg fällt vieles leichter

Es begann Anfang der neunziger Jahre mit Schwimmkursen für Kinder und endete mit dem Bundesliga-Aufstieg: Unter der Regie von Irek Luczak (49) haben die Wasserballer des Schwimmvereins Weiden binnen zwei Jahrzehnten einen Höhenflug hingelegt, von dem niemand zu träumen wagte.

Weiden. (af) Das Traineramt hat er aufgegeben, als Abteilungsleiter ist Luczak aber weiterhin die Triebfeder der Wasserball-Sparte. Und jemand, der sich über Niederlagen immer noch mächtig ärgern kann - wie jüngst nach der 3:26-Pokalklatsche gegen Waspo Hannover.

Herr Luczak, wie schlägt sich so eine herbe Pleite auf Ihr Gemüt nieder?

Luczak: Wenn man Sportler ist, schmerzt jede Niederlage. Auch wenn wir keinen Sieg erwarten durften, war das ganz klar zu deutlich.

In den vergangenen gut 20 Jahren haben aber die Glücksgefühle überwogen. Was war denn ausschlaggebend, dass der Wasserballsport in Weiden unter Ihnen so einen Aufschwung genommen hat?

Luczak: Entscheidend war vor allem der Mut, einen radikalen Schnitt zu machen und von Null zu starten. Wir haben 1992/93 begonnen, kleinen Kindern das Schwimmen zu lernen und mit viel Enthusiasmus darauf aufgebaut. Wenn sich im Sport Erfolg einstellt, entwickelt sich bisweilen eine Eigendynamik, dann fallen viele Dinge leichter. Man muss aber auch sagen: Ohne die Hilfe des gesamten Umfelds und der Stadt Weiden wäre dieser Aufschwung nicht möglich gewesen.

Wieviel Kraft hat Sie denn die Aufbauarbeit gekostet?

Lucak: Mit einer solchen Frage habe ich mich nie beschäftigt. Für mich war immer vorrangig, ein Ziel zu erreichen, den Kindern etwas zu geben. Ich bereue nichts von dem, was ich an Engagement eingebracht habe. Keine Sekunde.

Wasserball ist in Weiden mittlerweile etabliert. Wird sich diese Randsportart auf Dauer behaupten können?

Luczak: Das ist schwierig zu beantworten. Nicht nur Wasserball muss sich gegenüber dem Fußball behaupten, auch beispielsweise Volleyball oder Handball kämpfen um den Nachwuchs. Vieles hängt ganz einfach auch vom Geld ab. In der Wasserball-Bundesliga haben zum Beispiel viele Vereine aufgerüstet, nachdem die Ausländerregelung gelockert wurde. Wir können diesen Weg nicht mitgehen. Wenn dann aber der Erfolg ausbleibt, wird es bestimmt nicht leichter für uns.
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