Mit Feuereifer im Rampenlicht

Die jungen Fakire wählten bei ihrem Marsch den Weg über das Nagelbrett. Bilder: cs

Nicht Profis standen im Scheinwerferlicht, sondern junge Akteure der Stromer-Grundschule. Sie begeisterten als Artisten, Jongleure, Akrobaten, Dompteure, Clowns und Seiltänzer das Publikum. Über drei Tage grassierte ein Virus: Über tausend Menschen hatten sich mit Zirkusluft infiziert und in vier Vorstellungen vom Manegenzauber einfangen lassen.

Projektzirkus war angesagt, nach der Vorbereitung während der Projektwoche durften die jungen Künstler ihren Eltern, Geschwistern, Omas und Opas, Freunden und einfach interessierten Mitbürgern zeigen, was in ihnen steckt. Und das war zirkusreif, was da unter Anleitung von Mitarbeitern des Projektzirkus Probst mit Sitz in Sachsen-Anhalt in einem Zwei-Stunden-Programm im Zelt auf dem Schulsportplatz ablief. "Tretet ein und Vorhang auf, seid willkommen hier in der Manege", schlug es den Besuchern bei jeweils vollem Zelt zur Begrüßung aus Kindermund entgegen.

Voll hinter Projekt

Mit Feuereifer und engagiertem Ernst schlüpften die Mädchen und Buben in ihre Rollen für die "größte Show der Welt", wie Zirkusdirektor Andreas Blessmann sie eingangs präsentierte. Auch dem Lehrerteam, mit Schulleiterin Gabriele Appl, an der Spitze bestätigte er großartige Arbeit und tolle Unterstützung. Sei es doch auch für sie eine Herausforderung gewesen: "Sie standen voll hinter dem Projekt." Die entsprechenden Gruppen wurden in der Schule zusammengestellt. Schon jetzt denkt er an ein weiteres Gastspiel in Auerbach: "In fünf Jahren geht wieder eine andere Generation zu Schule." Er freue sich schon darauf, erneut Kinderträume wahr zu machen.

Projektzirkus ist in Zusammenarbeit mit Pädagogen aus der Idee heraus entstanden, so die Erklärung des Zirkuschefs, dass Kinder viel zu wenig gemacht haben, aber den Willen und den Esprit haben, etwas zu tun. Die Erfahrung zeige, dass in der Schule eher schüchterne Kindern im Zirkus aus sich herausgehen und völlig gelöst im Rampenlicht agieren. Projektzirkus verändere die Kinder, die motorische Kompetenz werde gefördert, ebenso wie die soziale. Der Wechsel in eine neue Rolle sei eine Lebenserfahrung, Applaus zu bekommen ebenfalls.

25 000 Mal

Jedes Kind findet, laut Blessmann, ein Element, das seine Neigungen anspreche, ob als Zauberer, Jongleure, Akrobaten, Clowns, Dresseure mit Ziegen, Hunden, Erdmännchen, Ponys, Zwerggeflügel oder als grazile Seiltänzer und mutige Fakire. Für die neunjährige Lisa war es eine tolle Sache, nicht nur wegen der erlassenen Hausaufgaben während des Einstudierens. Sie ist ihre Aufgabe "bestimmt 25 000 Mal durchgegangen", damit die Dressurnummer mit der punktuellen Landung des Zwerghuhns auf dem Kopf ihres Mitakteurs klappt. Und bei so viel Spaß würde Lisa auch sofort wieder dabei sein.
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