Mit Früchten den Boden halten

Bodenerosion ist ein Problem, mit dem die Landwirtschaft ständig zu kämpfen hat. Aber es gibt Lösungen, eine davon heißt Zwischenfrüchte, die andere mehr Regenwürmer.

Bodenfruchtbarkeit und Schutz vor Erosion sind wesentliche Punkte in der heutigen Landwirtschaft. Um zu zeigen, was möglich ist, wurde Hagenohe als oberpfälzer Pilotprojekt der bayernweiten Initiative "boden:ständig" ausgewählt. Das Am für Ernährung, Landwirtschaft und forsten (AELF) Amberg, Fachzentrum für Agrarökologie sowie der beauftragte Fachberater des Landeskuratoriums für pflanzliche Erzeugung (LKP), Maximilian Graml, luden vor Ort zu einer Zwischenfruchtführung, um die Landwirte zu informieren. Auf den Betrieben Bauer in Hagenohe und Rupprecht in Mühldorf standen zweie Schauversuche zum Zwischenfruchtanbau.

Dank an die Landwirte

Landwirtschaftsdirektor Willibald Götz, Behördenleiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Amberg, begrüßte rund 20 Landwirte und Berater sowie etliche Firmenvertreter und bedankte sich bei den beiden Landwirten dafür, dass diese die Versuchsfläche zur Verfügung gestellt haben.

Maximilian Graml (LKP) führte zusammen mit Josef Bösl, Wasserberater am Fachzentrum Agrarökologie, durch den ersten Schauversuch, der fütterbare Zwischenfrüchte darstellte. Anschaulich wurde erklärt, welche Unterschiede bestehen und welche Auswirkungen die Pflanzen auf die Bodenfruchtbarkeit haben. Auch pflanzenbauliche Aspekte, wie zum Beispiel Nährstoffspeicherung für die Folgefrucht nächstes Jahr, erklärten die Fachleute.

Die jeweiligen Firmenvertreter für landwirtschaftliche Produkte erklärten dazu ihre Mischungen. Ergänzungen zur Bodenlebewesenaktivität wie Regenwürmer, die den Boden ausgezeichnet lockern, oder zum Beispiel Bodentemperaturmessung und pH-Wert-Feststellung, diskutierten die Landwirte mit den Fachmännern auch das Thema Kalkversorgung des Bodens.

Zur Verdeutlichung des aktiven Erosionsschutzes kam ein Regensimulator der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), Freising, zum Einsatz. Dessen Aufbau erklärte Michael Kistler (LfL), die Ergebnisse wurden interpretiert und Rückschlüsse auf das Anbauverhalten gezogen. Hierbei zeigte sich, dass bei einer Regenintensität von umgerechnet ca. 35 l/m² in 5 Minuten ein ausreichend bewachsener Boden durchaus mit der Regenmenge fertig werden kann. Im Gegensatz dazu steht ein schlecht bewachsener, verdichteter Boden, bei dem knapp 90 Prozent Wasser oberflächlich abflossen.

Bei der weiteren Zwischenfrucht-Demofläche auf dem Betrieb Rupprecht ging es um abfrierende Zwischenfruchtmischungen, die in erster Linie der Nährstofffixierung dienen und den Boden eine schützende Decke für den Winter geben, um auch hier Bodenerosionen durch Wasser zu vermeiden.

Demofläche bleibt länger

Da diese Demofläche über den ganzen Winter bis ins Frühjahr steht, wird die Erzeugerringberatung und das Fachzentrum für Agrarökologie zu einem weiteren Termin die genauen Vorteile dieser Zwischenfruchtvielfalt der Bevölkerung und den Landwirten vorstellen.

Die Veranstaltung begleitete im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten eine Filmproduktionsfirma, die ihre Beiträge zur Veröffentlichung auf der Internetseite http://boden-staendig.eu einstellt.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.