Mit Glauben auf steinigem Weg

Karl Gößner (stehend, Vierter von rechts) blickt auf ein bewegtes Leben zurück. An seinem 90. Geburtstag freute er sich über die Glückwünsche seiner Familie, der Vereine und von Bürgermeister Günter Kopp (links). Bild: hfz

"Mit dem Glauben, Gesundheit, Zufriedenheit und Dankbarkeit kann man alle Herausforderungen meistern und den vorbestimmten Weg gehen." Karl Gößner weiß, wovon er spricht. Denn Herausforderungen hatte er in seinen bisher 90 Lebensjahren viele zu bestehen.

Umso mehr freute es ihn und die Familie, seinen runden Geburtstag bei guter körperlicher und geistiger Gesundheit feiern zu können. Karl Gößner kam als eines von sechs Kindern zur Welt. Nach der Schulzeit geriet er in die Wirren des Krieges. Er absolvierte den Reichsarbeitsdienst und wurde anschließend zu einer Panzerdivision eingezogen. Sein Weg als Soldat führte ihn nach Rumänien, Wien, Budapest, Riga und Russland. Eine schwere Gelbsucht und ein Stahlhelmsplitter, verursacht von einem Scharfschützen, setzten ihn zeitweise außer Gefecht. In der Gefangenschaft flüchtete Gößner im Oktober 1945 auf den Weg nach Sibirien und kehrte in die Heimat zurück.

Dort kümmerte sich der Jubilar um den elterlichen Hof und absolvierte bei der Firma Flottmann in Marktredwitz eine Lehre zum Maschinenschlosser. Nach bestandener Prüfung 1948 blieb er seinem Ausbildungsbetrieb noch ein Jahr treu. Anschließend führte sein beruflicher Werdegang zum Schotterwerk Leipold, wo er bis Ende 1957 als Maschinist arbeitete.

In Abendkursen zum Meister

Im Januar 1958 wechselte Gößner zur Firma Markgraf und war dort bis Februar 1985 in unterschiedlichen Funktionen beschäftigt. Gesundheitliche Gründe zwangen ihn zum vorzeitigen Ruhestand. In Abendkursen erwarb er die Meisterprüfung und stand als Lehrlingsausbilder und Werkstattmeister von 1962 bis 1985 in der Verantwortung. "Es war eine sehr gute und schöne Zeit mit Motivation, Überzeugung und Freude."

Am 30. Dezember 1950 heiratete Der Jubilar seine Frau Theres. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor. Drei Enkel vervollständigten schließlich das Familienglück. 1950 errichteten er und Bruder Josef ein Wohnhaus im Bergweg. Aufgrund des Wohnraummangels baute Gößner 1967 direkt gegenüber ein weiteres Haus für seine Familie.

In der Altgemeinde Zinst war er vier Jahre Gemeinderat sowie jahrelang als Kirchenverwaltungs- und Pfarrgemeinderatsmitglied aktiv. Von 1985 bis 2003 war er Mesner auf dem Armesberg, wo er zugleich mit Frau, Tochter und Schwiegersohn die Gaststätte bewirtschaftete.

Viele Gratulanten, darunter auch frühere Markgraf-Arbeitskollegen sowie Bürgermeister und CSU-Vorsitzender Günter Kopp, hatten sich am Jubeltag eingefunden, um ihrem Karl die Glückwünsche zu überbringen. Im Soldaten- und Kriegerverein ist er Ehrenmitglied. Zudem gehört er den Kapellenbauverein als Gründungs- sowie dem CSU-Ortsverband als ältestes Mitglied an.
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