Mit Gott "online bleiben"

Domkapitular Anton Wilhelm spendete in Pressath das Sakrament der Firmung. Bild: bjp

Sie ist gleichsam der Ritterschlag der katholischen Kirche: die Firmung. 80 Mädchen und Burschen aus der Pfarreiengemeinschaft Pressath-Schwarzenbach empfingen am Dienstag von Domkapitular Anton Wilhelm das Sakrament, das der Katechismus als "Vollendung der Taufgnade" und "Siegel des Heiligen Geistes" definiert.

Pressath. (bjp) Was das bedeutet, brachte der Regensburger Domdekan in der Stadtpfarrkirche anschaulich auf den Punkt: Christsein bedeute "Flagge zeigen für den Glauben, auch wenn das Mut erfordert". Durch das Sakrament der Firmung, was "Stärkung" bedeute, wolle der Heilige Geist die jungen Christen hierzu ermutigen.

Passenderweise hatte Prälat Wilhelm eine "christliche Flagge" mitgebracht: Sie trug die Farben Rot, Grün und Blau - eine Anspielung auf die Tugenden der Liebe, der Hoffnung und der Treue aus dem Glauben, von denen auch die Tageslesung, das "Hohelied der Liebe" aus dem ersten Korintherbrief, sprach.

Diese Wesenszüge sollen sich in den Firmlingen durch das Wirken des Geistes voll entfalten, wünschte sich Wilhelm: "Die Hoffnung lässt euch weiter sehen, denn ihr dürft auf Gottes Beistand vertrauen. Das ermuntert zum Einsatz für andere, weil ihr wisst, dass dieser Einsatz sich lohnt." Zum christlichen Verständnis der Liebe gehöre nicht zuletzt, sich im Sinne Jesu "selbst anzunehmen mit allen Stärken und Schwächen". Die Früchte einer so verstandenen Liebe seien Mut, Vertrauen, Geduld, Nachsicht, Verzeihung und die Absage an Selbstherrlichkeit, Selbstverliebtheit und Gewalt: "Gottes Geist ist ein Geist des Friedens, der immer wieder einen Neubeginn ermöglicht."

Der Glaube, so Prälat Wilhelm schließlich, werde oft mit "Frommsein" verknüpft: einem Wort, das gerade junge Leute als "uncool" empfänden. Doch "Frommsein" könne man übersetzen mit "bleib online mit Gott" - einem Gott, der seine Freundschaft anbiete. Das Gebet, das Wort Gottes, der Halt durch Familie und Paten und die Gemeinschaft der Christen im Gottesdienst ließen diese Verbindung auch in "schweren Zeiten" nicht abreißen.

Mit einem Präsentkorb dankten die Firmlinge Alicia Bradfish und Rosanna Paschek dem hohen Besucher für die Spendung des Firmsakraments in einem würdevollen, von Stadtpfarrer Edmund Prechtl und Diakon Georg Hösl mitzelebrierten Gottesdienst. Diesen begleitete die Musikschule VierStädtedreieck mit modernen geistlichen Liedern.
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