Mit Herzblut und Augenmaß

Seine Familie war in all den Jahren der starke Rückhalt für Vinzenz Dachauer (vorne, Mitte). Und deshalb galt der Dank beim Festabend auch (vorne, von links) Sohn Matthias, Ehefrau Christa, Tochter Michaela und Schwiegersohn Rainer. Bilder: rn (2)

Es galt, eine Persönlichkeit zu ehren, die in Eschenbach und vor allem im Vereinsleben der Rußweiherstadt tiefe Spuren hinterlassen hat: Als Nachfolger von Gründungsvater Rudolf Morgenstern hat Vinzenz Dachauer nahezu ein Vierteljahrhundert lang den Stadtverband geleitet und geprägt. "Eine Ära geht zu Ende", betonte Bürgermeister Peter Lehr.

Im Auftrag der Vereine ernannten Lehr und der neue Vorsitzende Dieter Kies vor einer großen Festversammlung Vinzenz Dachauer zum Ehrenvorsitzenden des Stadtverbandes - in Anerkennung und Würdigung seiner Leistungen und seines Einsatzes zum Wohle des Stadtverbandes und der angeschlossener Vereine (wir berichteten).

Den Festakt in der Aula der Markus-Gottwalt-Schule eröffnete die "Vuadstodtmusi". In dem mehrstrophigen Begrüßungslied hieß es unter anderem: "Heute ist was los, der Vinzenz wird geehrt ganz groß. Er war der Chef im Stadtverband, respektiert und anerkannt."

In Fünf-Jahres-Schritten

Bürgermeister Peter Lehr würdigte in seiner Laudatio die Verdienste der im Ehrenamt tätigen Mitbürger, ohne die die gesellschaftlichen Großereignisse in der Amtszeit "unseres Grandseigneurs des Stadtverbands" sicher nicht machbar gewesen wären. Für seinen Streifzug durch Dachauers Wirken im Stadtverband wählte er Fünf-Jahres-Schritte. Lehr begann mit der Teilnahme an der Primiz von Neupriester Christian Burkhardt und der Landkreismedaille in Gold für sein berufliches Lebenswerk als Gossen-Betriebsleiter.

Der Festabend 1996 anlässlich Dachauers 70. Geburtstags, die Sanierung des Marienplatzes - als "der Chef des Stadtverbands eine namhafte Spende für das Glaskunstwerk übergab" - und die Verleihung des "Ehrenzeichens des Bayerischen Ministerpräsidenten für Verdienste im Ehrenamt" waren weitere Stationen. 2006 habe Dachauer den Faschingsverein mit aus der Taufe gehoben. Als unvergessliches Erlebnis bezeichnete der Bürgermeister die Lasershow anlässlich der 650-Jahr-Feier der Stadtrechte, die auf die maßgebliche Initiative des Stadtverband-Chefs - der im gleichen Jahr zum Ehrenbürger ernannt wurde - zurückzuführen gewesen sei.

Lehr sagte Dank für den "überragenden Einsatz zum Wohle der Vereinswelt, aber auch für deine Heimatstadt". Die "Vuastodtmusi" dankte auf ihre Art: Sie spielte auf Dachauers Wunsch "Il Silentio".

Fair und konstruktiv

Dieter Kies, seit 20. November 2014 als Vorsitzender des Stadtverbands im Amt, dankte seinem Vorgänger für die langjährige faire und konstruktive Zusammenarbeit. Er bescheinigte dem "lieben Vinzenz" Kraft, Herzblut, Leidenschaft für die Sache, aber auch Augenmaß und die Fähigkeit, die Realitäten mit innerer Sammlung und Ruhe auf sich wirken zu lassen.

Kies sah in Dachauer einen Partner, der stets gerecht geblieben sei, manch hartes Brett gebohrt und nach dem Leitspruch "Probleme sind da, um sie zu lösen" gelebt habe. Sein hohes Verantwortungsgefühl habe dazu geführt, dass er ständig bei den Vereinen gewesen sei und so mitbekommen habe, was die Menschen bewegt. Gemäß seinem Motto "Lieber Rum trinken, als rumsitzen" habe er die Vereine unterstützt, soweit es machbar gewesen sei.

"Der Name Vinzenz Dachauer wird mit dem Stadtverband immer eine Einheit bilden", versicherte der neue Vorsitzende. Christa Dachauer dankte er dafür, dass sie ihren Mann tatkräftig unterstützt und starken Rückhalt gegeben habe.

Es folgte das Verlesen und Aushändigen der Ernennungsurkunde zum Ehrenvorsitzenden. Dann fuhren die Bürgermeister Peter Lehr und Klaus Lehl ein Geschenk aus der Werkstatt von Martin Dilling in die Aula: eine 135 Kilogramm schwere Windrose in Granitfarbtönen mit einem Durchmesser von 80 Zentimeter.
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