Mit Kilt und Kraft am Start

Bei "Stone of Manhood" standen auch die Frauen ihren Mann. Bild: ral

Timberwalk und Cabertoss: Die Bayerischen Meisterschaften der Highland-Games sind ein Zugpferd. Die Besucherzahl war rekordverdächtig.

Guteneck. (ral) Mehr als 3000 Gäste hatten auf Schloss Guteneck Riesenspaß. Die Highland-Games sind schon lange nicht mehr Schottland vorbehalten. In Deutschland sind sie in Regionen, in die nach dem Zweiten Weltkrieg britische Besatzungstruppen kamen, bestens bekannt. Daraus entwickelte sich der Deutsche Highland-Games-Verband. Und ein Clan, die "Pischdorfer Highlander", hat sich inzwischen fest in der Gemeinde Guteneck etabliert.

Der sportliche Wettbewerb ist nicht mehr den Männern vorbehalten: Das Pendant dazu heißt sinnigerweise "Meneater". Beide Teams haben sich bei der Organisation der zweiten Bayerischen Meisterschaften mit sieben Mannschaften mächtig ins Zeug gelegt. Angeführt von der "Glen Regnitz Pipe Band" zogen Teams und Ehrengäste unter Beifall des gut gelaunten Publikums in die "Arena" ein. Schlossherr Burkhard Graf Beissel von Gymnich eröffnete das Spektakel, das vom Vorsitzenden des Deutschen Highland-Verbandes, Jürgen Stickelbrock, fachmännisch moderiert wurde.

Mehr als 3000 Besucher pilgerten nach Guteneck, um Wettkämpfe der außergewöhnlichen Art zu sehen. Bilder von Richard Altmann


Baumstammslalom auf Zeit - das war schweißtreibend. Und beim "Stone of Manhood" musste kräftig in die Hände gespuckt werden. Bis zu 80 Kilo schwere Betonkugeln waren auf das ein Meter hohe Podest zu hieven. Geschicklichkeit war beim Strohsackwurf - mit einer Heugabel - gefragt. Jeder kennt den Staffellauf. Bei den Schotten muss dazu ein halbierter, 50 Kilo schwerer Stamm an einem Seil durch den Rundkurs gezogen werden. Ebenfalls auf Kraft und Geschicklichkeit kommt es beim Timberwalk, Steinstoßen und Hufeisenwerfen an. Königsdisziplin ist der Cabertoss: Ein Baumstamm muss so geworfen werden, dass er sich einmal überschlägt.

Die hochsommerlichen Temperaturen verlangten den Teilnehmern alles ab, und sie gaben auch ihr Letztes. Sinnigerweise holte sich der Clan "Stehauf Manderl" aus Nubiberg bei München den Titel des bayerischen Meisters. Die Lokalmatadoren aus Pischdorf wurden Dritter. Bei den Frauen waren die "Meneater" das einzige Team - und nun bayerischer Meister. Schlossherr und Verband waren sich bei dem riesigen Zuspruch einig: Die Highland-Games sollen künftig jedes Jahr auf Schloss Guteneck über die Bühne gehen.
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