Mit Präsident und Gurkenkönigin

Hexensabbat im Schlosshof von Stefling: Die Hexen tanzten und erzählten den Leuten, wie sie den Nittenauer Magistrat verzaubern. Nach dem Motto: "Die Hölle ist nah, der Himmel ist weit." Bild: rid

Der Henker von Hof, die Hexen von Stefling und die Bierpanscher zu Stockenfels sind die Hauptdarsteller der Geisterwanderung, die der Theater- und Festspielverein Nittenau heuer zum 33. Mal organisiert. Unter die 450 Teilnehmer mischten sich am Samstag auch einige Ehrengäste.

Nittenau. (rid) Gurkenkönigin Sina I. (20) war mit Prinzessin Stefanie I. (18) aus Biblis angereist, begleitet von Bürgermeister Felix Kusicka. Die hessische Gemeinde und die Stadt Nittenau standen sich 1995 beim "Challenge Day" im sportlichen Wettkampf gegenüber und pflegen seitdem regelmäßigen Kontakt. Nittenaus Bürgermeister Karl Bley, Vereinsvorsitzender Albert Meierhofer und der Vorsitzende des Partnerschaftsvereins, Julius Schmatz, hießen im Schloss Stefling auch den diesjährigen Schirmherrn, den Bezirkstagspräsidenten und Chamer Landrat Franz Löffler willkommen. "Die Geisterwanderung hat einen festen Platz im Reigen der Oberpfälzer Festspiele", versicherte Franz Löffler.

Autor im Dauereinsatz

In der Tat. Zu den drei Terminen erwarten die Veranstalter rund 1300 Besucher. Im Dauereinsatz war am Samstag Franz-Joseph Vohburger, der die Geisterkomödie vor über 30 Jahren geschrieben hat und seitdem regelmäßig mitspielt. Weil der etatmäßige Ritter Jörg erkrankt war, schlüpfte der 73-jährige auf der Burg in Hof auch in diese Rolle. Er erdolcht in wilder Raserei seine schöne Frau Adelheid und wird dafür vom Henker geköpft. Seitdem streift der Ritter als "Reiter ohne Kopf" durch Wald und Flur und lehrt den Wanderern das Fürchten.

Zu Fuß ging es weiter nach Stefling. Seit 27 Jahren spielt Roswitha Schmidhuber die Schlossherrin. Sie will die Hexen loswerden, die beim "Hexensabbat" ihr Unwesen treiben, und beauftragt zwei Mönche mit der Teufelsaustreibung. Doch diese müssen die Folter der zornigen Hexen erleiden. In finsterer Nacht brechen die Wanderer zur Burg Stockenfels auf. Kastellan Franz-Joseph Vohburger sitzt über den Bierpanschern zu Gericht. Die Kellnerin von Stadt am Hof, die Wirtin von Steinweg, der Pfleger von Aufhausen, der Podagerer-Wirt von Haag und der Bräu von Zangenstein müssen jede Nacht so viel Wasser schöpfen, wie sie zeitlebens den Gästen ins Bier geschüttet haben.

Finale am 5. September

Nach diesem aufregenden Spektakel geht es hinunter zum Ufer des Regens. Eine Fähre setzt die Geisterwanderer sicher über den Fluss. Nach einem kräftigen Geistertrunk in Marienthal bringen Busse die Wanderer zurück nach Nittenau. Die letzte Geisterwanderung in dieser Saison findet am 5. September statt.
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