Mit Windkraft in die Zukunft

Die Grünen stehen klar zu einer dezentralen Energiewende, vor allem durch den Bau von Windkraftanlagen. Einer, der sich dafür sehr einsetzt, ist Professor Thomas Foken. Er plädierte bei seinem Vortrag in der "Wirtschaft" für den Bau von Windrädern.

Klimaforscher Foken setzt sich für den Ausbau der Windenergie ein, auch in der Oberpfalz. Bei seinem Vortrag mit dem Thema "Windkraft - Mehr als nur eine Maßnahme der Energiewende" bei der Kreisgruppe von Bündnis 90/Grüne in Altenstadt erläuterte er seine Argumente. Tierschützer beanstanden regelmäßig, dass Schwarzstörche durch Windkraftanlagen massiv gefährdet seien. "Doch Vögel kommen viel öfter durch Autofahrer zu Tode", sagte Foken. Außerdem gebe es gute Richtlinien in Bayern, wann Anlagen abgeschaltet werden müssten, um den Vogelschutz zu gewährleisten. Auch die Bedenken bezüglich der Lärmbelästigung ließ er nicht gelten. Tagsüber werde Schall physikalisch bedingt immer nach oben abgelenkt. Lediglich in einer windstillen Nacht würde der Lärm prinzipiell nach unten gelangen, allerdings arbeiteten dann keine Windräder.

Oberpfalz gut geeignet

Zudem müsse man die Anlagen so aufbauen, dass ein ästhetisches Bild in der Landschaft entstehe, und "nicht kunterbunt" irgendwo platzieren. "Man kann natürlich kein Windrad auf einen Vulkankegel stellen", sagte Professor Foken. Damit würde ein massiver Eingriff in das Landschaftsbild und zugleich eine Verspargelung der Landschaft verhindert.

In der nördlichen Oberpfalz gäbe es Foken zufolge gut geeignete Orte. Sowohl die Windtätigkeit als auch die vorhandenen agrarischen Hochflächen wären perfekte Voraussetzungen, die vor allem in Richtung der tschechischen Grenze und verschiedenen Gebieten zwischen Weiden und Bayreuth gegeben seien. "Wir alle müssen uns fragen, wie wir die Energieversorgung in Zukunft gestalten sollen, um eine reibungslose Energiegewinnung zu gewährleisten", mahnte der Klimaforscher. Er betonte, dass eine Errichtung von Windkraftanlagen unabdingbar sei. "Wir befinden uns momentan in einer sehr komplizierten Situation. Zwei Drittel der zur Verfügung stehenden Energie haben wir bereits verbraucht. Mitte dieses Jahrhunderts sind wir nicht mehr in der Lage, fossile Energien zu nutzen."

Um übermäßige Erderwärmung zu verhindern, müssten alle Bürger massiv sparen. Dazu müssten Anwohner alternative Energien auch vor ihrer Haustüre akzeptieren: "Wir können keine langen Kabel legen, und die Energie von irgendwo auf der Welt herholen." Der Bayreuther appellierte an Gegner der Windenergie: Landschaftsbild und Ästhetik sind Einwände, die auf Dauer nicht haltbar sind, wenn der momentane Lebensstil erhalten bleiben soll.
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