Miteinander und füreinander

Im Trausnitzer Rathaus wurde die Initiative "Nachbarschaftshilfe" ins Leben gerufen. Eine wichtige Starthilfe gab Manuela Radtke (Dritte von links), Mitarbeiterin der Seniorennetzwerke im Landkreis Schwandorf. Als Koordinator vor Ort fungiert Angelika Schneider (Zweite von links), die Seniorenbeauftragte der Gemeinde. Bild: bnr

Die Fahrt zum Arzt, der Einkauf im Supermarkt oder unverständliche Formulare sind für ältere Menschen oft unüberwindbare Hindernisse. Das soll sich in der Gemeinde Trausnitz nun ändern.

Trausnitz. (bnr) Gerade auf dem flachen Land, ohne öffentliche Verkehrsmittel, ist die gegenseitige Unterstützung ein wichtiger Bestandteil des Zusammenlebens. Dieses gegenseitige Helfen bündelt die Gemeinde Trausnitz in der Initiative "Nachbarschaftshilfe". Unter dem Motto "Unser Dorf, miteinander - füreinander" stellen sich 20 Bürger in den Dienst der guten Sache.

Große Bereitschaft

Den demografischen Wandel gestalten und die Weichen dafür frühzeitig zu stellen, sind wichtige Bausteine der Gemeindepolitik. Bereits die Fragebogenaktion im Winter und die darauf folgende Bürgerversammlung signalisierten eine große Bereitschaft der Gemeindebürger, sich gegenseitig zu unterstützen, wenn eine Notsituation eintritt.

Am Donnerstag folgten 18 Gemeindebürger der Einladung vom Bürgermeister Martin Schwandner in den Sitzungssaal des Rathauses, um die Initiative "Nachbarschaftshilfe" ins Leben zu rufen. Unterstützt wurden sie dabei von Manuela Radtke, Mitarbeiterin der Seniorennetzwerke im Landkreis Schwandorf, die mit ihrer reichen Erfahrung wertvolle Starthilfe geben konnte.

Als Ergänzung

Die Nachbarschaftshilfe ist kein Ersatz für bereits bestehende haupt- oder ehrenamtliche Dienste, sondern sie ist dazu als Ergänzung gedacht. "Ältere Menschen sollen möglichst lange zu Hause bleiben können, auch wenn sie durch Pflegebedürftigkeit oder körperliche Beeinträchtigung bereits auf fremde Hilfe angewiesen sind", verdeutlichte Manuela Radtke den Sinn der Initiative. Die Unterstützung kann sich auf Haus, Garten und Schreibtisch beziehen. Dazu zählen Pflege der Außenanlagen, Hilfen im Haushalt oder Fahrdienste. Aber auch passive Arbeitsleistungen wie Pflegebegleitung, Beratung in rechtlichen Dingen oder auch die Freizeitgestaltung gehören zu den wichtigen Aufgaben der Nachbarschaftshilfe. Da es sich um einen ehrenamtlichen Dienst handelt, ist die Hilfe kostenlos.

Bereits jetzt wird die gegenseitige Hilfe im großen Stil innerhalb der Gemeinde praktiziert. Dies soll auch weiterhin der Fall sein. Um die Hilfe effektiver gestalten zu können, sollen die Aktivitäten künftig besser koordiniert werden. Diese Funktion übernimmt die Seniorenbeauftragte der Gemeinde, Angelika Schneider. Ihre Aufgabe wird es sein, die Helfer bestmöglichst einzusetzen. In der Praxis wird es so sein, dass sich Bedürftige an Angelika Schneider wenden und diese die Helfer losschickt. Gerade ältere Menschen sind oft nicht bereit, ihre Bedürftigkeit einzugestehen und um Hilfe zu bitten. Diese Hemmschwelle sollte unbedingt überwunden werden: "Es ist keine Schande, Hilfe anzunehmen", so Schneider.

Bei Angelika Schneider

Die Initiative startet sofort. Es ist nicht vorgesehen, einen Verein zu gründen. Bei der Trägerschaft wird an die Kirche gedacht. Die dafür notwendigen Voraussetzungen werden durch Pfarrer Hans Spitzhirn geprüft. Um die Initiative besser bekannt zu machen, wird von der Gruppe ein Flyer entworfen, der dann alles Wissenswerte enthält.

Für Interessenten, die sich in den Dienst der guten Sache stellen wollen, ist Angelika Schneider, Telefon 09655/1794, die kompetente Ansprechpartnerin.
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