Mitmach-Theater sensibilisiert

Spielsucht beginnt am PC oder mit dem Smartphone. Soziale Kontakte und schulische Leistungen treten dann in den Hintergrund.

Floß/Neustadt. (le) Die Abschlussklassen der Mittelschulen Floß und Neustadt hatten eine gute Entscheidung getroffen, das Replay-Theater aus München in die Flosser Turnhalle zu einer Aufführung mit dem Stück: "Karlstraße - Alles oder Nichts unter dem Motto: Erstens geht es anders - zweitens, wenn du denkst" kommen zu lassen. Veranstalter war die Caritas-Fachambulanz für Suchtprobleme aus Weiden. Der Rotary-Club Weiden übernahm die Finanzierung.

Rektor Peter Steigner hieß die Gäste aus München ebenso willkommen wie Diplom-Sozialpädagogin (FH) Gertrud Gerhards von der Fachstelle Glücksspiele. "Je früher die Abhängigkeit von Glücksspielen erkannt wird, desto besser sind die Chancen zur Behandlung", sagte die Suchtberaterin. Mit dabei waren auch die Klassenleiter Sonja Ullamann und Armin Karwath. Wissenschaftliche Studien zeigen es auf: immer mehr Jugendliche zocken um Geld. Einige von ihnen entwickeln ein problematisches Spielverhalten, das oft der Beginn einer Suchtkarriere sein kann.

Lösungen erarbeiten

Regisseurin Andi Macht führte durch die "Interactive Soap", bei der die Schüler mitmachen durften. Das Schüler-Publikum wurde mit Konflikten, Fragestellungen und Problemsituationen konfrontiert und aufgefordert, aktiv ins Bühnengeschehen einzugreifen, Ideen und Vorschläge einzubringen und so unmittelbar neue Lösungen zu erarbeiten.

Im Stück "Alles oder nichts"stehen Alex (21) und Sascha (19) im Mittelpunkt. Sie sind von klein auf beste Freunde. Aber Alex hat seit einiger Zeit ein neues Hobby: Glücksspiele. Eine Leidenschaft, die ansteckend ist. Schon bald begeistert sich auch Sascha mehr und mehr fürs Zocken.

Emotionen pur

Allein die durch die Schüler mit Herzblut dargestellten Emotionen wie Langeweile, Wut, Trauer, Verliebtsein und Freude machten die knapp 90 Minuten der Aufführung zu einem Erlebnis.

Beeindruckend waren die Szenen der Schauspieler des Münchner Theaters, die deutlich machten, dass sie durch das Glücksspiel mehr verloren als gewonnen haben. Die Schüler hatten klare Vorstellungen, wie man es anders machen muss.
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