Mitreißender Big-Band-Sound

Homogene Saxofonklänge, weiche Posaunenpassagen, messerscharfe Trompeteneinsätze und die Rhythmusgruppe als exakter Taktgeber: Gut aufgelegt präsentierte sich die Big Band um Bandleader Markus König (rechts) und Senior Heiner Kohl (vorne, links) bei ihrem Jahreskonzert. Bild: rn

Das Wippen der Füße war nicht zu übersehen, der - teils tosende - Applaus nicht zu überhören: Das Jahreskonzert der Big Band war ein voller Erfolg. Die lauschigen Temperaturen und die parkähnliche Kulisse mit dem satten Grün der Bäume trugen das Ihre dazu bei.

Zirka 250 Freunde der rhythmischen Musik erlebten am Sonntagabend in der Freizeitanlage des Hotels Rußweiher ein abwechslungsreiches Programm mit dominierenden Swingnummern, geschickt durchsetzt mit Balladen sowie Rock-, Funk-, Dixie- und Tangoklängen. Wer kennt sie nicht, die mitreißenden Kompositionen wie "Besame Mucho", "Ice Cream", "La Cumparsita", "Basin Street Blues", "Night Train" oder "Preacher".

Der Wechsel der Stilrichtungen kam dem vielseitigen Publikumsgeschmack sehr entgegen, machte das Konzert kurzweilig und spannend. Die Zuhörer blickten jedem Titel erwartungsfroh entgegen.

Angesteckt vom quirligen Bandleader Markus König - er kommentierte auch die einzelnen Titel, vor allem die der Jazzgrößen -, folgten die Musiker dem gestenreichen Dirigat tempo- und taktsicher mit einer konzentrierten Dynamik. Messerscharf kamen die Einsätze der Trompeten.

Der ständige Wechsel der Melodieführung in den einzelnen Registern, weich vorgetragene Posaunenpassagen und der geschlossene Saxofonsound weckten bei den Zuhörern Neugierde und verstärkten ihre Aufmerksamkeit. Spontan beklatschten sie die überzeugend vorgetragenen notierten und frei improvisierten Soli. Die Rhythmusgruppe als exakter Taktgeber trug wesentlich dazu bei, den kompakten Eigencharakter der Big Band und ihre glaubhafte Interpretation der Titel zu unterstreichen.

Als "absolute Premiere" kündigte König das Lied "Quincy & The Count" an. Er sah in der "coolen Swingnummer" eine Verbeugung vor William "Count" Basie. Die Band kam nicht um einige Zugaben herum. Mag der Profi auch die eine oder andere Schwäche festgestellt haben - das breite Publikum folgte mit großem Wohlwollen dem Laienensemble und ließ sich vom Gesamteindruck begeistern.

Markus König stellte schließlich seine im weiten Umkreis wohnenden Musiker vor. Über sich selbst sagte er schlicht: "Ich steh nur da und fuchtel ein bisserl herum." Als zum Schluss Heiner Kohl als Senior der Big Band allen Besuchern für ihr Kommen, den Sponsoren, dem Bewirtungspersonal und vor allem dem Bandleader für seine professionelle Übungsarbeit dankte, war die Erleichterung über den reibungslosen technischen und meteorologischen Ablauf und die Freude über das gelungene Jahreskonzert förmlich zu spüren.

Diese war auch im Publikum groß. "Schade, dass ihr nur einmal im Jahr spielt", war wiederholt zu hören. Dies war nach der wunderschönen Serenade am Rußweiher vielleicht das höchste Lob für die Musiker.
Weitere Beiträge zu den Themen: Lea (13790)Eschenbach (13379)Juli 2015 (8666)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.