Mittelschüler vergleichen bei Berufsorientierungstag ihre Wünsche mit der Wirklichkeit
Zwischen Polizist und Pfarrer

"Keiner bleibt auf der Strecke!" Da ist sich Renate Schmidt, die stellvertretende Schulleiterin, sicher, wenn es um die berufliche Ausbildung der Mittelschüler geht. Dazu trägt auch der Berufsorientierungstag bei, der heute in der Schule stattfindet. Die SRZ hat vorab mit den Schülern der Klasse 9M gesprochen, stellvertretend für die 7. bis 9. Klassen, an die sich der Tag richtet. Welche Ausbildungsvorstellungen haben sie, was bringt ihnen der Orientierungstag und wie sehen sie ihre berufliche Zukunft?

Sophia Hofmann will Erzieherin werden. Sie hat schon zwei Praktika in Kindergärten gemacht. Für sie wird vor allem der Vortrag des Städtischen Kindergartens interessant oder auch die Informationen der Fachschule für Kinderpflege. Piros Kellis möchte gerne Polizist werden. Sein Vater arbeitet im Sicherheitsdienst. Piros hat aber noch eine Hürde zu überwinden, ist er doch erst 15 Jahre alt. Für eine Bewerbung bei der Polizei aber muss er mindestens 17 sein und eine abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen. Deshalb hat er bereits in der Marienapotheke und im Fahrradladen Radau praktiziert. So ganz kann er sich noch nicht entscheiden. Er hofft auf Inspiration durch den Berufsorientierungstag.

Ein Praktikum bei der Sparkasse hat Sabine Schuster gemacht. Sie will sich dort bewerben, ebenso bei einer Krankenkasse. Auch die Infos der FOS erwartet sie gespannt. Einen außergewöhnlichen Berufswunsch hat Lilian Kurz: Sie möchte Pfarrerin werden. Beide Eltern üben diesen Beruf aus; Lilian weiß, dass sie dazu an die FOS und später zum Studium muss. Sie wird sich ebenfalls die Vorträge der FOS anhören.

Köchin, Industriekauffrau, Floristin, Heizungsbauer oder Kfz-Mechatroniker - die Berufswünsche der 9M sind breitgefächert. Nahezu alle haben bereits Praktika absolviert und wissen, was sie wollen. Auch die Berufe Mediengestalter oder Bäcker kommen wie aus der Pistole geschossen. Die Jungen und Mädchen haben bereits erste Bewerbungen geschrieben, so mancher holt sich beim Berufsorientierungstag noch ein letztes Quäntchen Information, um die Entscheidung zu fällen.

Tobias Bruckner etwa will Lehrer werden. Er weiß, dass er dazu die FOS und später ein Studium braucht. Aber auch seine Mitschüler sind sich bewusst, dass ohne Engagement nichts geht. Und sie sind zielstrebig in ihren Bemühungen. "Der Betrieb muss passen, dann kommt die Frage, wer nimmt mich", weiß Renate Schmidt. Sie beurteilt den Ausbildungsmarkt positiv. "Gute Schüler können sich aussuchen, wohin sie gehen. Und wer viele Bewerbungen schreibt, bekommt auch viele Zusagen", ist sich die erfahrene Lehrerin sicher. Auch die Schüler, die zum Quali antreten, haben bereits zum Großteil eine Lehrstelle in der Tasche. "Sie müssen die Prüfungen knacken, dann können sie loslegen."
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