Mittelschule Neustadt entlässt 46 Jugendliche - Alle haben bestanden - Gummibärchen als ...
Nach Abschluss mit alten Mustern brechen

Studienrat Armin Karwath und Klassenleiterin Karin Fenzl freuen sich mit den Jahrgangsbesten Dimitry Hammer, Lucia Srp, Christoph Stangl, Nico Eckert, Oliver Zahn (Schulbester), Matthias Mages, Raffaela Mader, Viktoria Gergert und Mike Faber (von links). Bild: hch
Neustadt/WN. (hch) "Wir sind am Ziel, und die Lehrer sind am Ende", frohlockten die Mädchen und Jungen der Abschlussklassen M 10 und 9 G aus der Mittelschule. Von wegen.

Kurz vor der Zeugnisübergabe stemmte Lehrerin Karin Fenzl leichtfüßig schwere Gewichte, und Studienrat Armin Karwath ließ schwungvoll seine Fäuste fliegen. Den kapitalen Sandsack in der Schulturnhalle hielt er in Schach, ohne Rückschläge einzustecken. Das Fazit der flotten Pädagogen: "Ohne Training kippt man um, aber mit Training ist die Aufgabe machbar."

Genauso sah das Rektor Heribert Zeis, der sein Amt künftig in der Pestalozzischule Weiden fortführen wird. Er dankte den Klassenleitern Karwath (M 10) und Fenzl (9 G) für ihren 100-prozentig erfolgreichen Einsatz: "Alle 26 Jugendlichen der M 10 haben den mittleren Schulabschluss erworben. Alle 20 Schüler der Ganztagsklasse 9 G haben den Mittelschulabschluss erworben, 70 Prozent davon den qualifizierenden Mittelschulabschluss." Zur Belohnung durften sich die Absolventen an Gummibärchen erfreuen. Im Gegenzug erhielt Zeis einen Edelpflaumenlikör und Fenzl einen Blumenstrauß. Dank Karwaths bekannter Vorliebe für Südfrüchte war ihm ein üppiger Bananenkorb sicher. Bei ausgelassener Stimmung und "gefühlten 29 Grad" im Saal stimmte der Schulkinderchor der 5. und 6. Klasse den Schlager "Like ice in the sunshine" an.

Entspannte Abschlussfahrt

In originellen Sketchen nahmen die Kinder die "mobilen Marotten" der Lehrer, sprich das klingelnde Handy im Unterricht, auf die Schippe. Bewegte Bilder belegten, dass die Abschlussfahrt nach Köln ganz entspannt verlaufen war. Bevor der Schulkinderchor zu "Wind of Change" anhob, sprach Zeis zu den Absolventen: "Wie ihr im Gottesdienst mit Pfarrer Ulrich Gruber gehört habt, sollt ihr ein Leben in Fülle haben." Doch Kernkompetenzen könne man nicht googeln. Im Zeitalter der Globalisierung müsse man anders vorgehen als die anderen.

"Öffnet eure Augen und kommt auf das Wesentliche. Ihr werdet nicht immer auf den Wegen eurer Eltern gehen, sondern alte Muster brechen", ermutigte Zeis. Ins gleiche Horn stieß zweiter Bürgermeister Heinrich Meier, der den Schuldienst aus dem Effeff kennt: "Ihr habt jetzt eine Basis für euer weiteres Leben geschaffen. Nur wenn ihr täglich dazulernt und euch in verschiedenen Situationen zurechtfindet, könnt ihr die nächsten Hürden überwinden."

Nach vorne schauen

Elternbeirats-Vorsitzender Josef Wittmann regte an, nicht nur zurück, sondern auch nach vorne zu blicken. "Um euer Leben selbst zu gestalten und um selbstbewusst nein zu sagen, braucht ihr Eigenverantwortlichkeit und Eigeninitiative."
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