"Mixtura Cantorum" begeistert 200 Besucher in der Michelfelder Asamkirche mit Klassik und ...
Chorgesang erfüllt das Kirchenschiff

Mixtura Cantorum bot in der Asamkirche in Michelfeld vor rund 200 Zuhörern geistliche Chorwerke aus vier Jahrhunderten. Ganz sicher ein besonderer Hörgenuss anlässlich der Jubiläumsfeierlichkeiten in der Bergstadt. Bild: swt
Stehende Ovationen gab es für "Mixtura Cantorum" am Samstagabend in der Asamkirche in Michelfeld. Die knapp 50 Sänger boten den rund 200 Zuhörern ein geistliches Chorkonzert auf hohem Niveau. Im Kirchenraum hörte das Publikum zunächst mit "Musica Grata Deo" von Jakob Handl und "Verbum caro factum est" von Hans Leo Hassler Werke des 16. Jahrhunderts. Melodiös, beschwingt und ganz zur Ehre Gottes intonierte der Chor die Lieder.

Ungewöhnliche Stücke

Dann folgten ungewöhnliche Stücke an der Orgel, gespielt von Tobias Kerscher. Anmutig und tragend war der zweite Chorblock, der mit Josef Grubers "Still schon sinkt die Sonne" und dem "Ave Maria" von Franz Biebl Gänsehaut verursachte. Letzteres wurde doppelchörig intoniert, die Motette war geprägt von romantischer Klangfülle und berührte das Publikum besonders.

Überraschend war für viele die Wendung hin zu modernen Chorstücken. "The Conversion of Saul" von Randall Stroope etwa schildert erregt mit schnellen Tonfolgen und stampfenden Füßen Tod und Zerstörung, während sich das Stück in einer harmonischen Klangfolge auflöst und so die Bekehrung des Saul hin zum wahren Licht interpretiert. Nicht weniger eindrucksvoll die überraschende Interpretation von "Caritas et amor" des gleichen Komponisten. Hier wechseln sich sanfte Klangfolgen mit lobpreisendem Fortissimo ab und verwandelte die Asamkirche in einen Klangraum von überragender Fülle. Dies vermochte auch John Rutters "A Choral Fanfare", die am Ende des Konzertes die Besucher in Staunen versetzte. Als Zugabe schickt der Chor die Gäste mit "Leise sinkt der Dämmerung Schatten", einem besonderen Marienlied des Österreichers Anton Faist, hinaus in die Winternacht. Und bei den Zuhörern bleibt der Eindruck eines hervorragenden Musikgenusses, eines außergewöhnlichen Konzertes im Zuge der Feierlichkeiten zum 700-jährigen Stadtjubiläum.

Unter der Leitung von Karl-Heinz Malzer probte "Mixtura Cantorum" übrigens den ganzen Samstag in den Räumen von Regens Wagner Michelfeld.

Nur vier bis fünfmal im Jahr treffen sich die Sänger aus ganz Süddeutschland und üben ihre Stücke ein. "Die Liebe zur Musik ist das Band, das alle zusammenhält", sagen die Chormitglieder.
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