Mobil für das Mittagessen

Akiko Pischulti bringt das Mittagessen und den Plan für die kommende Woche zu den Senioren nach Hause. Seit November vergangenen Jahres engagiert sich die 57-Jährige beim Projekt "Essen auf Rädern" des Evangelischen Diakonievereins. Die ehrenamtliche Arbeit macht Spaß: "Es ist schön, etwas Sinnvolles zu tun", freut sie sich.

Einmal quer durch Wernberg-Köblitz geht die Fahrt mit dem Kleinbus des Evangelischen Diakonievereins. Ehrenamtliche Helfer kümmern sich seit mittlerweile acht Jahren darum, dass das Mittagessen bei Senioren jeden Tag pünktlich auf dem Tisch steht.

Wernberg-Köblitz. (mhö) "Schweinebraten mit Knödel und Jägerpfanne mit Nudeln stehen heute auf der Speisekarte", erklärt Maria Wagner, vom "Gasthof Sperl" in Wernberg-Köblitz. Seit vier Jahren bereiten sie und ihr Sohn Ralf die Gerichte vor, die der Diakonieverein - er feiert heute sein 25-jähriges Bestehen - ausliefert. Pünktlich um 10.45 Uhr sind die Mahlzeiten zum Abholen bereit ist. Eine der vier Helfer ist Akiko Pischulti. Sie unterstützt die ehrenamtliche Arbeit seit November vergangen Jahres. Im Vier-Wochen-Rhythmus wechselt sie sich mit Regina Fiedler, Wolf Büttner und Elfriede Hölzl ab.

Seit August 2007 sorgt der Diakonieverein - wenn gewünscht täglich - für das Mittagessen bei Senioren, die jeweilige Konfession spielt dabei keine Rolle. Insgesamt erhalten zwischen zwölf und 15 Personen innerhalb einer guten dreiviertel Stunde ihr Mittagessen für wenige Euro. Für das Ausfahren werden 1,50 Euro berechnet. Das Angebot entnehmen die Senioren einem wöchentlichen Plan und wählen für die gewünschten Tage zwischen Vollkost, leichter Kost und vegetarischem Essen.

Praktisches Konzept

Dieses Konzept sei sehr praktisch, meint Pischulti. "Es ist flexibel und unbürokratisch". "Wenn jemand Bescheid sagt, dass er ab nächster Woche auch das "Essen auf Rädern" braucht, dann steht das am Montag-Mittag auf seinem Tisch" - noch bevor alles Schriftliche geregelt ist. Durch die Beschränkung auf die Gemeinde Wernberg-Köblitz mit ihren Ortsteilen Unter- und Oberköblitz, Damelsdorf und Neunaigen ist die Strecke mit fast 30 Kilometern zwar lang genug, jedoch sind die Beziehungen im Ort persönlich und damit unkomplizierter.

Das Wirtshaus ist bekannt, bei Bedarf kann auch kurzfristig noch eine weitere Portion angemeldet werden. Bei 15 Personen ist allerdings die Grenze erreicht. In erster Linie geht es um das Mittagessen, "das bei den Leuten ja noch warm sein soll", so Pischulti. Ein größerer Kreis könne das nicht mehr gewährleisten. Das ist auch der einzige Umstand, den sie bedauert: "Wir müssen uns schon beeilen, lange Gespräche können wir nicht führen."

Freude und Dankbarkeit

Trotzdem bleibt in jedem Haus Zeit für ein nettes Wort. "Ich bin so froh über das, was Sie machen! Und wenn ich das sag', dann sagt das alles", bedankt sich die 91-jährige Maria Hübner, als sie ihr Essen bekommt. Pischulti sieht den Lohn ihrer Arbeit vor allem in dem Dank, den ihr die Senioren entgegenbringen. Das ist auch ihre Motivation für dieses Ehrenamt. "Als meine vier Kinder außer Haus waren, dachte ich mir 'Warum nicht?'", erzählt die 57-Jährige. Vor allem ihre Kinder spornten sie an, wieder zu arbeiten. "Ein richtiger Berufseinstieg ist nach 24 Jahren natürlich sehr schwierig", meint sie. Ein Bericht über das Projekt im "Gemeindegruß" war der Anstoß, sich in der Arbeit der Diakonie zu beteiligen. "Es ist eine absolute Bereicherung, ich bin froh, etwas Sinnvolles zu tun", so Pischulti. (Hintergrund)
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