Mögliches Heim für Flüchtlinge

Wird die leerstehende Schule zur Herberge für Asylbewerber? "Anfragen zur Nutzung liegen vor", gab Bürgermeister Rudolf Götz in der Marktratssitzung bekannt. Nach einer Besichtigung soll entschieden werden, ob das Gebäude geeignet ist. Bild: war

Das Landratsamt überlegt, in der alten Schule in Kohlberg Asylbewerber unterzubringen. Im Marktrat sorgte dies für Diskussionen.

Wer das Fußball-Länderspiel am Dienstagabend sehen wollte, konnte sich erst zur Halbzeit einklinken, denn die Tagesordnung der Marktratssitzung bot überraschend einige brisante Themen.

Bürgermeister Rudolf Götz berichtete von den Plänen des Landratsamtes, in der ehemaligen Kohlberger Schule Asylbewerber unterzubringen. Zunächst soll das Gebäude besichtigt werden, um zu klären, ob dies möglich sei. Götz war mit Blick auf die Versorgung, die baulichen Defizite und die dadurch notwendigen Maßnahmen äußerte skeptisch: "Ich hoffe, dass es nicht notwendig wird, sträuben können wir uns dagegen nicht", sagte er. "Andererseits wären wir auch froh, wenn wir eine Unterkunft bekämen, wenn unser Leben und unsere Freiheit bedroht wäre."

Martina Auer-Bertelshofer (CSU) wollte wissen, mit wie vielen Personen zu rechnen sei. "Es kommen 20 bis 40 Personen infrage", informierte Götz. Parallel dazu liege eine Anfrage der Polizei für diese Räume vor. Das Nutzungskonzept sieht eine Unterbringung von aufgegriffenen Personen, die beispielsweise über Schleuser einreisen, für eine Nacht vor.

Betreuung notwendig

Damit gekoppelt wäre eine Betreuung aus Sicherheitsaspekten. "Etwa durch die Feuerwehr", sagte Götz und traf sofort auf Widerspruch von Walter Fischer (UPW), der sich sicher war, dass die Wehr für diese Aufgabe laut Satzung keinesfalls eingesetzt werden könne. Nähere Informationen könnten erst nach Rücksprache mit den Ämtern folgen.

Zusätzlichen Klärungsbedarf gibt es trotz intensiver Debatten zum vorgelegten hydrogeologischen Gutachten für das Wasserschutzgebiet um den Tiefbrunnen der Gemeinde. Ein Konsens, den Bürgermeister Götz angestrebt hatte, blieb aus. Eine große Mehrheit will das Fachbüro, das die Expertise erarbeitet hat, mit Fragen konfrontieren und dann erst entscheiden (Bericht folgt).
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